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33.000 Menschen zeichnen Petition gegen vorzeitige Stilllegung älterer Photovoltaik-Anlagen – pv magazine Deutschland

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Der Ingenieur Manfred Weinhöpl startete die Petition. Er will verhindern, dass die Photovoltaik-Anlagen, die 2021 aus dem EEG fallen, vom Netz genommen werden, obwohl sie noch funktionstüchtig sind.

Auf change.org hat der engagierte Klimaschützer Manfred Weinhöpl die Petition “Vorzeitige Stilllegung von älteren Photovoltaik Anlagen (Ü20 Anlagen) verhindern” gestartet. Er will unterbinden, dass die Photovoltaik-Anlagen, deren EEG-Förderung 2021 und in den Jahren danach ausläuft, vom Netz gehen, obwohl sie noch funktionieren, aber kein wirtschaftlicher Weiterbetrieb mehr möglich ist. Mehr als 33.000 Menschen haben seine Petition bereits in den ersten Tagen nach dem Start unterzeichnet.

„Eine Nachrüstung von Altanlagen mit Speichern ist derzeit, im Gegensatz zur Ausrüstung von Neuanlagen, nicht wirtschaftlich“, begründet der Ingenieur seine Petition. „Viele der Anlagen würden somit stillgelegt werden, was einer unglaublichen Ressourcen- und Energieverschwendung gleich käme, denn die PV Module weisen im Durchschnitt eine Lebensdauer von ca. 30 Jahren auf und könnten somit weiterhin mindestens 10 Jahre umweltfreundlichen Solarstrom produzieren und einspeisen.“ Dies sei umso wichtiger, da die Energiewende in Deutschland viel zu langsam vorankomme, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

In den ersten Jahren fallen überwiegend Kleinanlagen aus dem EEG. Bis 2025 betrifft es dann jedoch bereits mehr als 180.000 Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt mehr als zwei Gigawatt Leistung. Aufgrund der aktuellen Rechtslage könnten sie trotz voller Funktionsfähigkeit deinstalliert werden. Nach Ansicht von Weinhöpl hat das Bundeswirtschaftsministerium bisher keinen Lösungsvorschlag präsentiert, der den Weiterbetrieb wirtschaftlich ermögliche.

Im Entwurf der EEG-Novelle ist für die ausgeförderten Photovoltaik-Anlagen vorgesehen, dass sie weiterhin einspeisen und vom Netzbetreiber dafür den Marktwert Solar abzüglich einer Vermarktungsgebühr von 0,4 Cent pro Kilowattstunde erhalten. Dabei müssen sie ihren Solarstrom voll einspeisen und dürfen ihn nicht für die Eigenverbrauch nutzen, wenn sie die volle Vergütung erhalten wollen.

Weinhöpl fordert hingegen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und seiner Umweltkollegin Svenja Schulze (SPD), dass sie den eingespeisten Solarstrom aus den Altanlagen mit dem jeweiligen Marktpreis vergüten. Zudem sollte keine EEG-Umlage auf Eigenverbrauch bei Anlagen bis 30 Kilowatt Leistung erhoben werden. Dies sieht auch die EU-Erneuerbaren-Richtlinie vor, die die Bundesregierung bis Mitte 2021 in deutsches Recht umsetzen muss. Im EEG-Entwurf findet dies bislang nicht statt. Weinhöpl fordert überdies ein staatliches Förderprogramm für die Nachrüstung der Altanlagen mit Speichern.

Stephan Rothe

Geschäftsführer / CEO, EEHD Erneuerbare Energien Handel und Distribution GmbH

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