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5 Gründe für Projektentwickler auf Crowdinvesting zu setzen – am 20. November 2020 um 13:38

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Bis 2030 will die Bundesregierung 65 Prozent des nationalen Bruttostromverbrauchs durch erneuerbare Energien abdecken. Damit das gelingt, braucht es Kapital, das in die richtigen Bahnen gesteuert wird. Aus diesem Grund hat der Bund im September dieses Jahres erstmals eine Ökoanleihe in Höhe von 6,5 Milliarden Euro platziert. Mit dem Kapital sollen Umweltprojekte, auch aus dem Bereich erneuerbare Energien, finanziert werden. Es wird von Bundes- und Länderseite also auch in den kommenden Jahren noch viel Geld in Ökoprojekte investiert – und damit in die Energiewende.

Das Engagement seitens der Regierung macht deutlich, wie attraktiv der Wirtschaftszweig erneuerbare Energien ist. Zugleich stellt sich die Frage: Kann die Finanzierung eines Mammutprojekts wie der Energiewende allein vom Staat gestemmt werden? Die klare Antwort lautet Nein. Für deren Umsetzung und Erfolg müssen eine Vielzahl von Akteuren eingebunden werden, die nicht zentral agieren. Dazu gehören auch Projektentwickler im Bereich regenerativer Energieträger, die den Ausbau mit vielen kleineren Energieanlagen dezentral vorantreiben.

Dazu benötigen Unternehmen aus der Energiebranche flexible und unabhängige Finanzierungsmöglichkeiten. Gerade im Bereich von Energieprojekten ist es in vielen Fällen schwierig, eine Finanzierung von Banken zu erhalten. Oftmals fehlt es den Projektentwicklern am notwendigen Eigenkapital. Eine Alternative, um diese Lücke zu schließen, ist Crowdinvesting. Bei dieser Finanzierungsform sammeln Unternehmen Kapital online von vielen Einzelinvestoren (Crowd) ein, die jeweils kleine Beträge investieren und dafür eine Rendite erhalten (invest). Warum Projektentwickler sich in Zukunft zunehmend mit Crowdinvesting auseinandersetzen sollten, erklärt Johannes Laub, Gründer und Geschäftsführer von CrowdDesk.

1. Der Zugang zu Mezzanine-Kapital:

Wer ein Crowdinvesting anbietet, der erhält in der Regel Mezzanine-Kapital. Mezzanine beschreibt eine hybride Kapitalform, die als wirtschaftliches Eigenkapital behandelt wird. Es ermöglicht Projektentwicklern und Unternehmen flexible Finanzierungsstrukturen. Ohne Stimmrechte abzugeben stärkt es die Bonität und erleichtert den Fremdkapitalzugang. Mithilfe einer Mezzanine-Finanzierung ergeben sich verschiedene Finanzierungsszenarien: Projektentwickler können eine Finanzierungslücke schließen, um Zugang zu einem Bankkredit zu erhalten, sie können ihre Projekte refinanzieren, um an Eigenkapital freizusetzen, oder sie können eine Mitarbeiter- oder Bürgerbeteiligung anstreben, um Akzeptanz und Verständnis zu schaffen.

2. Digitale Verwaltung:

Crowdinvesting ist eine digitale Finanzierungsform. Informationen über Anleger, Höhe und Häufigkeit ihrer Investitionen sowie alle relevanten Dokumente und Unterlagen können einfach, sicher und rechtskonform online verwaltet werden. Der bürokratische und administrative Aufwand beschränkt sich damit auf ein Minimum.

3. Die Verbindung von ökonomischen und ökologischen Motiven:

Oftmals fehlt es bei Ausbau von Anlagen im Bereich erneuerbaren Energien an Akzeptanz aufseiten von Anlegern und Bürgern vor Ort: Stichwort Not-in-my-Backyard-Problematik. Mit Crowdinvesting lässt sich das angehen. Es ist eine transparente Kapitalanlage bei der Informationen für alle Interessierte einsehbar sind. Die Chance, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, macht Energieprojekte nahbarer. Das schafft Akzeptanz und schließlich Vertrauen. Zusätzlich bietet es Anlegern die Möglichkeit, sich unmittelbar und direkt an der Energiewende zu beteiligen und zur Reduzierung von CO2- und anderen Treibhausgasemissionen beizutragen – und das bei einer attraktiven Rendite, die klassische Kapitalanlagen nicht bieten.

4. Aktivierung des eigenen Netzwerks:

Neben der Ansprache neuer Investoren bedeutet Crowdinvesting auch immer, sein eigenes Netzwerk zu aktivieren. Freunde und Bekannte, Kollegen und Geschäftspartner setzen sich oft mit ähnlichen Themen auseinander und haben das erforderliche Wissen für diese Projektart. Sie sind somit die perfekten ersten Ansprechpartner. Gemeinsam verfolgt man dasselbe Ziel: regenerative Energieträger ausbauen und dabei etwas Sinnvolles mit seinem Geld tun.

5. Gute Vorbilder:

Crowdinvesting wäre eine wenig überzeugende Methode, gäbe es nicht schon etliche Unternehmen, die damit ihre Ideen und Projekte erfolgreich finanzieren. So konnte das Wasserstoff-Start-up Enapter die Crowd erfolgreich mobilisieren. Das Unternehmen plant die erste Massenproduktion für seine Elektrolyseure. Auf dem Weg zur Klimaneutralität kann grüner Wasserstoff ein wesentlicher Bestandteil sein. Die Solar Biokraftwerke GmbH & Co.KG baut mithilfe von Crowdinvesting Photovoltaik-, Biogas- und Solarthermieanlagen. Gleiches gilt für die Africa GreenTec AG, die sich auf den Bau von Smart-Grids-Anlagen zur Energieversorgung im globalen Süden konzentriert und damit zur Selbstbestimmung der dortigen Bevölkerung beiträgt. Innerhalb von fünf Jahren gelang es so 21 Solartainer in Mali und Niger aufzubauen.

Crowdinvesting im Bereich erneuerbare Energien bietet Kapitalnehmern und Kapitalgebern viele Vorteile: Unternehmen verbreitern ihre Kapitalbasis und sind nicht nur von einem Finanzierungspartner abhängig. Zudem ermöglicht ihnen eine Crowdfinanzierung Wirtschaftlichkeit mit ökologischem Handeln zu kombinieren. Ein Nutzen, der direkt an die Anleger weitergegeben wird. Diese haben wiederum die Chance, mit einer vergleichsweise geringen Einstiegssumme ab 100 Euro in eine transparente und nachhaltige Anlageform zu investieren.

Crowdinvesting verbindet somit eine sinnvolle Kapitalanlage mit der Effizienz der Crowd. Denn eine schnellere Finanzierung eines Projekts gelingt nur mit einer aktiven Anlegerschaft, die sich dem Thema verbunden fühlt. In Kombination mit einer einfachen digitalen Verwaltung und Ansprache sind das die idealen Voraussetzungen für den Erfolg erneuerbarer Energieprojekte.

Autor: Johannes Laub, CrowdDesk

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