Großspeicher im deutschen Stromnetz spielen eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung erneuerbarer Energien und der Energiewende.[1] Sie dienen vorrangig als Arbitragesysteme für Preisschwankungen und zur Netzstabilisierung durch Frequenzregelung und Spannungsunterstützung.[1]
Einleitung: Speicher als Energiewende-Enabler
Großspeicher (ab 10 MWh Kapazität) gleichen Schwankungen volatiler Erneuerbarer aus und stabilisieren das Stromnetz in Echtzeit. Im deutschen Kontext dienen sie primär zwei Funktionen: Arbitrage (Strom günstig einkaufen, teuer verkaufen) und Netzstabilisierung (Frequenzregelung, Spannungsstütze, Blackstart-Fähigkeit).
Für Netzbetreiber, Energieversorger und Investoren sind sie unverzichtbar, um die Ziele der Energiewende – 80% EE bis 2030 – wirtschaftlich und technisch zu erreichen.
Technische Funktionen im Fokus
- Arbitrage: Speicher laden bei Überproduktion (Mittag, Windstärken) und entladen in Spitzenzeiten oder bei Knappheit, nutzen Preis-Spreads an Börsen wie EPEX Spot.
- Netzstabilisierung: Bereitstellung von Primärregelleistung (FCR), Minutenreserve (aFRR), Sekundärreserve (mFRR) sowie Spannungs- und Reaktivleistung.
- Weitere Dienste: Blackstart-Fähigkeit, Netzersatzstrom und Lastspitzenmanagement für Industrie und Verteilnetze.
Typische Technologien sind Lithium-Ionen-Batterien, Redox-Flow und Pumpspeicher, mit Skalierbarkeit von 10 MW bis >500 MW Leistung.
Wirtschaftliche Vorteile der Arbitrage
- Marktchancen: Arbitrage-Renditen durch steigende Intraday-Preis-Spreads (bis zu 200 €/MWh Differenz) und negative Börsenpreise bei EE-Überschuss.
- Kombinierter Betrieb: Speicher können simultan Arbitrage und Regelenergie-Märkte bedienen, mit Stackable Revenue Streams.
- Förderung: EEG-Umlage, KfW-Programme und Netzentgelte unterstützen Investitionen in Großspeicher.
In Deutschland laufen Projekte wie 250 MW in Heide oder 200 MW in Wunsiedel, die Arbitrage mit Netzdiensten kombinieren.
Netzstabilisierung als Kernaufgabe
- Frequenzregelung: Großspeicher reagieren in Millisekunden auf Netzfrequenzabweichungen (50 Hz), essenziell bei hohem EE-Anteil.
- Spannungsstabilität: Lokale Reaktivleistung und Blindleistungseinspeisung verhindern Spannungseinbrüche in Verteil- und Übertragungsnetzen.
- Integrierte Lösungen: Kombination mit PV-Freiflächen oder Windparks für „Firming & Shifting“ der Erzeugung.
Durch Teilnahme an Ausschreibungen von TSOs (50Hertz, Amprion etc.) generieren Speicher stabile Einnahmen neben Arbitrage.
Ausblick für Investoren und Betreiber
Großspeicher sind der Schlüssel zur Netzstabilität bei 100% EE und bieten attraktive Renditen durch diversifizierte Einnahmequellen. In Deutschland expandieren sie rasant: Ziel sind 15 GW bis 2030, getrieben durch Netzausbauplan und EU-Marktregeln.
Für Projektentwickler und Energieunternehmen entstehen Chancen in Arbitrage-Optimierung, KI-gestützter Dispatch und Systemintegration.

