Die starke Verteuerung von Silber der letzten Jahre hat den Druck in der Solarindustrie massiv erhöht und den Technologiewechsel von silberbasierten Leitern hin zu kupferbasierten Busbars und busbarlosen Konzepten deutlich beschleunigt. Da Silber je nach Technologie rund 10 bis 15% der Modulherstellungskosten ausmachen kann, wurde sein Preisanstieg zu einem zentralen Kostentreiber, der Hersteller zu „Thrifting“ (Silberreduktion) und Substitution zwingt. Parallel stieg der Silberpreis von etwa 23 bis 28 US‑Dollar je Unze in den Jahren 2023/2024 auf Niveaus von 40 bis zeitweise über 70 US‑Dollar, wobei die stark wachsende PV‑Nachfrage inzwischen knapp ein Fünftel des weltweiten Silberverbrauchs stellt und so maßgeblich zum Preissprung beiträgt.
Technologiewechsel von Silber zu Kupfer
- Forschungsinstitute und Hersteller entwickeln galvanische und pastenbasierte Prozesse, um Busbars und Leiterbahnen aus Kupfer statt Silber zu fertigen, unter anderem durch spezielle Beschichtungen und Silber‑beschichtete Kupferpartikel.
- Multi‑Busbar‑, 0‑Busbar‑ und Rückkontakt‑Konzepte erlauben dünnere Leiter und weniger Edelmetall, ohne die Modulleistung zu verschlechtern, und bereiten langfristig den Ausstieg aus silberreichen Frontkontakten vor.
Silberanteil an den Modulkosten
- Bereits 2021 lag der Silberanteil an den Modulkosten bei rund 10%, bei Modulpreisen um 0,18 bis 0,19 US‑Dollar pro Watt, wobei Analysten vor einem weiter steigenden Kostenanteil warnten.[3]
- Neuere Schätzungen sehen Silberpaste inzwischen bei etwa 11 bis 15% der Gesamtmodulkosten, da andere Komponenten billiger wurden und der hohe Silberpreis das Kostengewicht weiter verschiebt.[2][4]
Einfluss des Silberpreises auf den PV‑Markt
- Der PV‑Sektor verbrauchte 2024 rund 197,6 Millionen Unzen Silber und damit etwa 19% der weltweiten Silbernachfrage, verglichen mit nur rund 5% im Jahr 2014, was die Rolle der Solarindustrie als wichtigster industrieller Treiber der Silberpreise unterstreicht.[5]
- Der Silberpreis stieg von etwa 23,35 US‑Dollar je Unze im Jahr 2023 auf über 30 US‑Dollar 2024 und zeitweise deutlich darüber hinaus, mit Spitzen um 70 US‑Dollar Ende 2025, wobei Analysten explizit auf die starke PV‑Nachfrage und deren wachsenden Anteil an der Industrieproduktion verweisen.[5][2][4]
Reaktion der Hersteller und Ausblick
- Zell‑ und Modulhersteller haben den Silberverbrauch pro Watt 2024 bereits um etwa 20% reduziert und planen weitere Reduktionen von über 15% pro Jahr, um den Kostendruck zu kompensieren.
- Steigende Silberpreise beschleunigen die Einführung kupferbasierter Leitstrukturen und begünstigen Technologien wie Heterojunction‑Zellen, die weniger Silber benötigen, sodass Kupfer mittelfristig zum bevorzugten Leitmaterial in PV‑Modulen werden dürfte.
AIKO profitiert besonders stark vom Umstieg auf rein kupferbasierte Busbars, weil das Unternehmen diese Technologie früh und konsequent in der Massenproduktion skaliert und damit den silberbedingten Kostenblock im Modul nahezu eliminiert. Während Wettbewerber noch signifikante Silbermengen in ihren Zellkontakten einsetzen und damit direkt vom volatilen und zuletzt stark gestiegenen Silberpreis abhängig sind, kann AIKO den Materialkostenanteil pro Watt deutlich senken und zugleich Preissicherheit in der Beschaffung erzielen. In einem Markt, in dem Silber oft rund 10 bis 15% der Modulkosten ausmacht, verschafft der Wechsel auf Kupfer AIKO damit einen strukturellen Preisvorteil pro Watt, der sowohl in aggressiveren Modulpreisen als auch in stabileren Margen ausgespielt werden kann.

