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BNEF erwartet Kostenrückgang um bis zu 85 Prozent bei grünem Wasserstoff bis 2050 – pv magazine Deutschland

Grüner Wasserstoff wird zur Mitte des Jahrhunderts in vielen Ländern günstiger sein als Erdgas. Dazu trägt maßgeblich die Kostenentwicklung und der weitere Ausbau der Photovoltaik bei.

Bloomberg NEF (BNEF) erwartet, dass es zu einem Rückgang von 85 Prozent bei den Gestehungskosten von grünem Wasserstoff bis 2050 kommt. In den meisten modellierten Märkten würden die Preise damit unter 1,00 US-Dollar pro Kilogramm sinken, wie die Analysten am Mittwoch veröffentlichten. Bis 2030 werden die Gestehungskosten unter die Marke von 2,00 US-Dollar pro Kilogramm fallen. In 15 der 28 gerechneten Modellen sei der aus Photovoltaik und Windkraft erzeugte Wasserstoff 2050 auch günstiger als Erdgas. Allerdings vorausgesetzt, dass der Ausbau weitergehe. In jedem Fall sei der grüne Wasserstoff 2050 günstiger als blauer Wasserstoff, der aus fossilen Brennstoffen mit CCS erzeugt werde und sogar als grauer Wasserstoff, so die BNEF-Analysten weiter.

Die Kostenreduktion fällt dabei noch deutlicher aus als bisher erwartet. 2030 schätzen sie die Analysten nun 13 Prozent niedriger und 2050 um 17 Prozent niedriger als in ihren alten Prognosen. Hauptgrund dafür sind die sinkenden Kosten für Solarstrom. „Wir denken nun, dass Solarstrom im Jahr 2050 um 40 Prozent billiger sein wird als noch vor zwei Jahren annahmen. Angetrieben wird die Entwicklung durch eine stärker automatisierte Fertigung, einen geringeren Silizium- und Silberverbrauch, einen höheren photovoltaischen Wirkungsgrad der Solarzellen und eine höhere Ausbeute bei der Verwendung von bifazialen Modulen“, heißt es zur Analyse.

BNEF geht davon aus, dass solch niedrige Kosten für grünen Wasserstoff die Energielandschaft komplett neu aufstellen könnte. 33 Prozent der Weltwirtschaft könnten so mit sauberer Energie versorgt werden und zwar zu den gleichen Kosten wie sie für fossile Brennstoff bezahlt würden. „Aber die Technologie wird kontinuierliche staatliche Unterstützung benötigen, um dorthin zu gelangen – wir befinden uns jetzt im oberen Teil der Kostenkurve, und es sind politisch unterstützte Investitionen nötig, um in den unteren Teil zu gelangen“, sagt Martin Tengler, leitender Wasserstoff-Analyst bei BNEF. Nur bis 2030 würde es in den meisten Ländern noch Sinn machen, Anlagen für blauen Wasserstoff zu bauen. Danach würde der Kostendruck von Seiten des grünen Wasserstoffs einsetzen. „Irgendwann werden diese Anlagen unterboten werden, so wie es heute mit der Kohle im Energiesektor geschieht“, so Tengler weiter.