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Breites Bündnis aus der Energiewirtschaft bewirbt sich um 450-Megahertz-Frequenzen – pv magazine Deutschland

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Über ein 450-Megahertz-Funknetz sollen unter anderem Photovoltaik-Anlagen und andere Einspeiser sowie Verbrauchsanlagen gesteuert werden. Ein großes Versorger-Konsortium bewirbt sich nun um die Frequenzen.

Im vergangenen November hat die Bundesregierung entschieden, die zum Jahresende frei werdenden 450-Megahertz-Frequenzen der Energiewirtschaft  zur Verfügung zu stellen. Sie soll damit ein Funknetz für die Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wasserversorgung einrichten. Über die Frequenzen werden intelligente Messsysteme angebunden und Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen gesteuert.

Die Bundesnetzagentur vergibt die 450-Megahertz-Frequenzen in einem Ausschreibungsverfahren. Dabei hat ein breites Bündnis aus der Energie- und Wasserwirtschaft seinen Hut in den Ring geworfen: Unter dem Dach der des neu gegründeten Joint Venture 450connect wollen die beteiligten Unternehmen ein bundesweites, diskriminierungsfreies LTE-Funknetz für die Branche und andere kritische Infrastrukturen aufbauen und betreiben.

Die 450connect GmbH besteht aus vier gleichberechtigten Gesellschaftern: der bisherigen alleinigen Eigentümerin Alliander, einem Konsortium regionaler Energieversorger, Eon sowie der Versorger-Allianz 450, zu der mehrere Stadtwerke, Energie- und Wasserversorger einschließlich der EnBW-Tochter Netze BW gehören. Zusammen betreiben diese Unternehmen auf rund 90 Prozent der Fläche Deutschlands kritische Infrastrukturen wie die Strom-, Gas- und Wasserversorgung oder die Abwasserentsorgung.

„Die Energie- und Wasserwirtschaft ist zwingend auf ein 450-Megahertz-Funknetz angewiesen“, sagt Theo Waerder, Geschäftsführer der Versorger-Allianz. Nur auf dieser Basis könne sie die notwendige Digitalisierung der kritischen Infrastrukturen vorantreiben und die Energie- und Verkehrswende zum Erfolg führen. „Es gibt aktuell keine Alternative zum 450- Megahertz-Funknetz, die den hohen Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit genügt und gleichzeitig mit dem gebotenen Tempo und zu wirtschaftlich tragfähigen Kosten umsetzbar ist“, betont Waerder.

Alliander-Chef Frank Zeeb weist darauf hin, dass 450connect und die Energiewirtschaft bereits mit dem Ausbau von 450-Megahertz-Standorten begonnen haben. „Die Unternehmen teilen sich also heute schon Aufgaben und Risiken und sind somit über die gesamte Fläche Deutschlands schnell umsetzungsfähig“, so Zeeb. Den Aufbau und Betrieb des bundesweiten Funknetzes werde die 450connect im Fall einer Zuteilung in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Energieversorgern realisieren, da diese die Bedarfe und benötigten Funktionen der Energiewirtschaft kennen. Hierin sieht Zeeb einen wesentlichen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern.

Der Zusammenschluss im Joint Venture steht noch unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe durch die Kartellbehörden sowie der Frequenzzuteilung durch die Bundesnetzagentur.