LOADING

Type to search

Energy Charts: Photovoltaik im Juli fast stärkste Stromerzeugungsquelle in Deutschland – pv magazine Deutschland

Share

Die in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen trugen mehr als 7,0 Terawattstunden zur Nettostromerzeugung in dem Monat bei. Nur die Windkraftanlagen zeugten noch etwas mehr. Die Photovoltaik-Anlagen erzeugten jedoch mehr Strom als die Gas- und Braunkohlekraftwerke, wie die Auswertung des Fraunhofer ISE zeigt.

Im Juli trugen die Windräder 7,09 Terawattstunden zur Nettostromerzeugung in Deutschland bei. Die Photovoltaik-Anlagen brachten es auch 7,04 Terawattstunden, wie die kürzlich erfolgte Auswertung von Energy Charts des Fraunhofer ISE zeigt. Dies entspricht einem Anteil von 18,4 Prozent für die Windkraft und 18,3 Prozent für die Photovoltaik. Die Nettostromerzeugung ist dabei der Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, da die industrielle Erzeugung für den Eigenverbrauch nicht berücksichtigt wird. Als drittstärkste Stromerzeugungsquelle rangierten die Gaskraftwerke mit 6,5 Terawattstunden noch knapp vor den Braunkohlekraftwerken, die 6,4 Terawattstunden beitrugen. Insgesamt kamen die Erneuerbaren auf einen Anteil von 50,4 Prozent an der Nettostromerzeugung im Juli.

Erstmals war die Erzeugung der erneuerbaren Energien in einem Juli höher als die der Nicht-Erneuerbaren-Kraftwerke.

Grafik: Fraunhofer ISE/Energy Charts

„Im Juli waren die Rahmenbedingungen für Kohlekraftwerke besonders schlecht“, erklärt Bruno Burger, Leiter von Energy Charts am Fraunhofer ISE auf Anfrage von pv magazine. Die erneuerbaren Energien konnten dagegen zulegen. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Stromerzeugung der Photovoltaik-Anlagen um acht Prozent und der Windkraft um 6 Prozent gestiegen. Die Gaskraftwerke erzeugten sogar 2,3 Terawattstunden mehr als noch im Juli 2019 – also ein Anstieg um mehr als 50 Prozent. Dies führt Burger auf die im Vergleich sehr guten Rahmenbedingungen für diese Anlagen zurück. „Die Gaspreise waren niedrig und aufgrund der geringeren CO2-Emissionen im Vergleich zur Kohle fielen auch geringere CO2-Zertifikatskosten an.“

Dabei sei der Stromverbrauch aufgrund der Corona-Krise um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgegangen. Dies habe dazu geführt, dass die Day-Ahead Börsenstrompreise im Vergleich zum Juli 2019 um 26 Prozent auf durchschnittlich 29,36 Euro pro Megawattstunde fielen. „Da die CO2-Zertifikatskosten mit 26,84 Euro pro Tonne sehr nahe am Börsenstrompreis lagen, wurde die Stromerzeugung aus Kohle für längere Zeit unrentabel“, wie Burger weiter erklärt. Die Stromerzeugung aus Braunkohle habe sich in Folge um 21 Prozent und aus Steinkohle sogar um 51 Prozent verringert. So trugen die Steinkohlekraftwerke im Juli nur noch 1,56 Terawattstunden zur Nettostromerzeugung bei, was einem Anteil von gut 4 Prozent entspricht.

Der CO2-Zertifikatspreis lag leicht unter Vorjahresniveau. Der Börsenstrompreis ging hingegen weiter zurück.

Grafik: Fraunhofer ISE/Energy Charts

Stephan Rothe

Geschäftsführer / CEO, EEHD Erneuerbare Energien Handel und Distribution GmbH

    1