LOADING

Type to search

Eon und gridX arbeiten an dynamischer bidirektionaler Ladelösung für Privathaushalte – pv magazine Deutschland

Share

Zudem wollen sie im Zuge ihrer Kooperation auch das bidirektionale Laden testen und dabei die der Elektrofahrzeuge als flexiblen Speichern nutzen, die nach Bedarf im Einfamilienhaus ge- oder entladen werden. Erst vor wenigen Tagen hatten die Unternehmen ihre Zusammenarbeit beim Lastmanagement von Ladesäule ausgedehnt.

Eon und GridX wollen eine dynamische Ladelösung für Elektroautos für Privathaushalte entwickeln. Dazu werde das sogenannte „xHouse“ mit einem intelligenten Energiemanagementsystem ausgestattet, teilten die Unternehmen am Freitag mit. Unter anderem werde das bidirektionale Laden von Elektrofahrzeugen getestet, wobei das Auto als flexibler Stromspeicher genutzt werde, je nach Energiedarf des Haushalts also ge- oder entladen werde. Als Elektrofahrzeug wird ein Nissan Leaf zu Testzwecken genutzt.

Die Batterie des Elektroautos könne dabei über die Ladestation zu Hause, bei der Arbeit oder öffentlich geladen werden und als dezentrales Speichermedium auch wieder Energie an das Haus abgeben. Auf dem Einfamilienhaus “xHouse” ist eine Photovoltaik-Anlage installiert. Wir mehr Strom produziert, als der Haushalt verbraucht, dient das Elektrofahrzeug somit als Zwischenspeicher für den eigenerzeugten Strom. Wenn die Sonne nicht ausreichend scheint, gibt das Fahrzeug bei Engpässen den gespeicherten Strom wieder an das Haus ab, wie es weiter hieß.

Es sei damit ein „realer Use Case“, um das Zusammenspiel von Photovoltaik, Speicher und bidirektionaler Ladesäule zu testen. Der Netzanschlusspunkt des Hauses beträgt dabei 14,5 Kilowatt. Der Nissan Leaf agiere mit einer DC-Ladesäule, die eine Leistung von 10 Kilowatt ermöglicht, sowie drei stationäre Batteriespeicher mit je 9 Kilowattstunden Kapazität, während das Elektrofahrzeug selbst eine Batteriekapazität von 40 Kilowattstunden hat. Die Photovoltaik-Anlage für den Eigenverbrauch hat eine Leistung von 5,6 Kilowatt, wie die Unternehmen erklärten. Zudem sei das „xHouse“ mit  mit einer Smart-Building-Technologie ausgestattet, die die Steuerung von Licht und Heizung ermöglicht. Über die „gridBox“ seien alle Komponenten intelligent verknüpft und könnten je nach Stromverbrauch im Haus gesteuert werden.

“Durch die Möglichkeit des bidirektionalen Ladens kann ich meinen selbst erzeugten Strom effizienter nutzen. Als Hausbesitzer sehe ich es nicht gerne, wenn ich meinen Solarstrom ins Netz einspeisen muss und die Photovoltaik-Anlage auf 70 Prozent Leistung gedrosselt wird“, sagt Karsten Sund, Bewohner des “xHouse” und Langzeitanwender. Die Möglichkeit, das Elektroauto durch das bidirektionale Laden als Zwischenspeicher zu nutzen, sei ein echter Zugewinn.

Die „Vehicle2Home Lösung“ sei dabei ein wichtiger Schritt in die Zukunft der dezentralen und digitalen Energiewirtschaft. “Um die Energiewende Wirklichkeit werden zu lassen, braucht es intelligente und zukunftsorientierte Lösungen, um Strom aus erneuerbaren Energien effizient nutzbar zu machen“, erklärte Lioudmila Simon, Head Innovation Networked Mobility von Eon Innovation. Der Autarkiegrad des Hauses lasse sich so deutlich erhöhen. Zugleich werde durch das intelligente Energiemanagement sichergestellt, dass das Elektrofahrzeug nicht den kompletten Strom an das Haus abgebe, um jederzeit noch genug Reichweite für Fahrten zu haben. Die Optimierung erfolge dabei vollkommen automatisch.

In einem Dashboard haben die Nutzer jederzeit die Möglichkeit die Energieströme zu überwachen, wie es weiter hieß. Die bidirektionale Ladesteuerung erfolgt ebenfalls über das Dashboard. Der Anwender könnten selbst festlegen, wann und zu welchem Grad er das Laden- und Entladen des Elektrofahrzeugs erlauben. Der Ladezustand des Fahrzeugs sei transparent und die Mindestreichweite des Fahrzeugs könne individuell festgelegt werden. “Bidirektionales Laden bringt große Vorteile für die Nutzer und die Energiewirtschaft mit sich. Die Lösung trägt einerseits dazu bei das Netz zu stabilisieren und mehr Versorgungssicherheit in eine dezentrale Energiewelt zu bringen”, sagt Andreas Booke, Gründer und Geschäftsführer von gridX.

Erst vor wenigen Tagen hatten Eon und GridX bekanntgegeben, dass die 60 Ladesäulen am Essener Hauptsitz des Energiekonzerns künftig durch das dynamische Lastmanagement, Xenon Charge, intelligent gesteuert werden und gleichzeitig Überlastung verhindert werden soll. Außerdem will Eon künftig das Lastmanagement von GridX in elf europäischen Ländern vertreiben.