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Eurosolar: Strom aus Post-EEG-Anlagen vergütungsfrei einspeisen – pv magazine Deutschland

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Als Lösung für Photovoltaik-Anlagen, deren EEG-Vergütung ausläuft, schlägt Eurosolar vor, dass diese Anlagen weiter am öffentlichen Netz betrieben werden dürfen und der Strom nach Bedarf eingespeist werden kann – ohne Vergütung. Durch die Verbesserung anderer Rahmenbedingungen könne dieses Vorgehen trotzdem attraktiv sein.

Auf den ersten Blick sieht der Vorschlag von Eurosolar nach einem schlechten Geschäft für Betreiber von Post-EEG-Anlagen aus: Die Vereinigung schlägt vor, den Photovoltaik-Strom aus Anlagen, deren Förderung nach 20 Jahren ausläuft, ohne Vergütung in das öffentliche Netz einzuspeisen. „Den Netzbetreibern sei ein wenig kostenloser grüner Strom gegönnt“, schreibt Eurosolar in seinem Lösungsvorschlag für Post-EEG-Anlagen. Um dieses Modell attraktiv zu gestalten, brauche es allerdings entsprechende Rahmenbedingungen.

Zu diesen Rahmenbedingungen gehören dem Papier zufolge sieben Punkte. Der erste Schritt ist demnach die Genehmigung zur unentgeltlichen Einspeisung von selbst erzeugtem Strom ins öffentliche Netz. Als nächstes müsse der Wechselrichter der Photovoltaik-Anlage zum Zweck der Eigenstromnutzung auf das hausinterne Netz umgeklemmt werden – der Wechselrichter hängt dann hinter dem Verbrauchszähler, der mit Rücklaufsperre weiter funktioniert wie bisher, ohne dabei den eingespeisten Strom zu berücksichtigen. Drittens müssten Meldepflicht und Abgabenbelastungen von Energieerzeugern, Speichern und lokalem Eigenverbrauch im eigenen Energiesystem abgeschafft werden; eine CE-Zertifizierung über Netzkonformität könne die individuelle Anmeldung aller Komponenten, die mit dem öffentlichen Netz verbunden werden, ersetzen.

Der vierte Punkt ist der Stopp des zwangsweisen Smart-Meter-Rollouts, um dem Anlagenbetreiber die Kosten für dessen Messstellenbetrieb zu ersparen. Der 20 Jahre alte Einspeisezähler für die Abrechnung der EEG-Vergütung werde nicht mehr benötigt, weil Überflussstrom umsonst eingespeist werde. Weitere Forderung ist die Option auf Umwandlung der laufenden EEG-Förderung in eine Speicherförderung, sofern auf höheren Eigenverbrauch umgestellt werde. Die sechste Forderung lautet, Eingriffe in das private Energiesystem grundsätzlich unterlassen; dafür müssten die Technischen Anschlussbedingungen (TAB) überarbeitet werden. Und der siebte Punkt ist die Beseitigung aller bürokratischen und finanziellen Belastungen für die Nutzung von selbst produziertem Photovoltaik-Strom im privaten Netz.

Eurosolar weist darauf hin, dass Betreiber von Photovoltaik-Anlagen, die älter als 20 Jahre sind, sind in der Regel sogenannte Volleinspeiser sind. Denn in den ersten Jahren des EEG sei die Vergütung so hoch gewesen, dass sich der Eigenverbrauch nicht gelohnt habe. Die vor 20 Jahren noch hochpreisigen Photovoltaik-Anlagen seien inzwischen abgeschrieben und hätten sich durch die Einspeisevergütung amortisiert. „Es wäre aber weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll, die noch gut funktionierenden Anlagen zu verschrotten, anstatt ihre grüne Energie weiter zu nutzen“, so Eurosolar.

Bei bislang vorliegenden Vorschlägen, so Eurosolar weiter, gehe es eine Post-EEG-Lösung, die über das öffentliche Netz virtuell organisiert werde. Das mache den Prosumer häufig abhängig von Energieversorgungsunternehmen. Zudem seien solche Lösungen mit einer hochfrequenten und zentralisierten Datenerhebung sowie einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. „Die dezentrale, regulatorisch und verwaltungsmäßig einfach zu lösende, für alle vorteilhafte Umsteuerung auf maximalen Eigenverbrauch scheint weitestgehend ignoriert zu werden“, kritisiert Eurosolar.

Stephan Rothe

Geschäftsführer / CEO, EEHD Erneuerbare Energien Handel und Distribution GmbH

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