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LEE NRW fordert Photovoltaik-Pflicht nach Hamburger Vorbild – pv magazine Deutschland

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Nur sechs Prozent der Dachflächen in Nordrhein-Westfalen werden derzeit für die Photovoltaik genutzt. Daher fordert der Verband eine ähnliche Vorschrift, wie sie der Hamburger Senat ab 2023 für Neubauten und 2025 bei Dachsanierungen jüngst beschlossen hat.

Das Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) NRW hat die Landesregierung in Düsseldorf aufgefordert, eine Photovoltaik-Pflicht nach Hamburger Vorbild einzuführen. Sie sollte sich ein Vorbild an dem Stadtstaat nehmen und so die Solarwende stärker voranbringen, hieß es am Donnerstag. Aktuell würden in Nordrhein-Westfalen nur sechs Prozent der vorhandenen Photovoltaik-Potenzials auf Dachflächen genutzt. Dies sei viel zu wenig, um die Energiewende- und Klimaschutzziele zu erreichen. „Mit einer Solarpflicht für Neubauten und umfängliche Dachsanierungen gelingt der nötige Anschub für die Solarwende“, erklärte der LEE NRW weiter.

Die Landesbauordnung sollte um eine Photovoltaik-Pflicht für Neubauten und bei Dachsanierungen ergänzt werden. Dies sei im Interesse der Gebäudeeigentümer und Mieter. „Es kann nicht sein, dass wir im Jahr 2021 noch immer Gebäude bauen, bei denen Solarenergie nicht mitgedacht wird. Wir verschenken hier massenhaft Potenzial – und das können wir uns mit Blick auf die Klimaziele und eine sichere Energieversorgung schlicht nicht leisten“, erklärte Christian Mildenberger, Geschäftsführer des LEE NRW.

Immerhin gibt es einen ersten Vorstoß in diese Richtung. Landesbauministerin Ina Scharrenbach habe Vorschläge für eine Baupflicht für solare Bedachungen auf Gewerbeparkflächen vorgelegt. D begrüßt der Verband. „Von dort aus muss es nun aber weiter gehen, denn das Potenzial auf den Dächern im Land ist tausendfach größer“ so Mildenberger weiter.

Kurz vor Weihnachten hatte der Hamburger Senat eine Photovoltaik-Pflicht für Neubauten ab 2023 und bei Dachsanierungen von Bestandsanlagen ab 2025 beschlossen. Dabei ist es grundsätzlich auch möglich, seine Dachfläche an Dritte zu verpachten, um der Verpflichtung nachzukommen. Daneben hat auch Baden-Württemberg bereits eine Photovoltaik-Pflicht auf Nicht-Wohngebäuden und über Parkplatzflächen ab 2022 beschlossen. Ebenso führte Bremen eine Photovoltaik-Pflicht bei Neubauten ein. Auch in Bayern, Schleswig-Holstein und Berlin gibt es politische Bestrebungen, die Installation von Photovoltaik-Anlagen vorzuschreiben.