Nach dem MIP ist vor dem MIP!?

Mit der anstehenden Abschaffung des MIP, der irgendwie nicht richtig funktionieren wollte und nur Teilen der europäischen Solarwirtschaft wirklich genutzt hat, wird es jetzt wieder zur Dominanz chinesischer Hersteller kommen. Oder? Die Preise werden wie bereits prognostiziert etwas fallen, aber gleich unter die Produktionskosten? Viele Hersteller in China haben bereits ihre Kapazitäten reduziert und haben sich nicht auf den europäischen Markt konzentriert. Die Kapazitäten aus „Nicht-China“ ist deutlich begrenzter und die USA und Indien wollen auch wie vor nichts aus China. Preise werden von so vielen Indikatoren beeinflusst – aber nicht mehr aus Deutschland. Manche Hersteller haben Deutschland und Teile Europas völlig ignoriert. Aber die Erwartungen sind hoch, das Preise wieder im zweistelligen Prozentbereich nachgeben.

Seit der Einführung des MIP hat sich aber auch in Europa einiges getan. Ein sehr wichtiges, weil auch sehr riskantes Detail, ist die neue Abfallrichtlinie WEEE/EAR, welche bereits seit dem 13.08.2012 in Europa gilt und in Deutschland seit dem 24.10.2015 in Kraft getreten ist. Was bedeutet das? Alle Importeure von elektrischen/elektronischen Produkten müssen ihre eingeführten Mengen melden und entsprechende Beiträge bezahlen – das gilt auch für Solarmodule. Nur die freiwillige Teilname an pvcycle reicht nicht mehr aus. Ob die angebotene Marke registriert ist, können Sie einfach auf der Website der Stiftung EAR nachprüfen.

Was bedeutet das für Importeure: ab dem o.g. Datum müssen alle Hersteller/Marken registriert sein und ordnungsgemäß ihre Beiträge abführen, geschieht diese nicht drohen hier Strafen bis zu 100.000 €, Beschlagnahmungen sowie Verkaufsverbote drohen. Gerade Wettbewerber die ihre Marktanteile schwinden sehen werden hier schnell aktiv werden.

Was bedeutet das für Sie als „Endverbraucher“: Ware die nicht entsprechend dem AbfallG2 registriert wird, ist somit riskant. Gerade in unserem Markt, wo Ware teils mit Vorkasse bezahlt wird, ist das Risiko nicht unerheblich, das Ware auf dem Weg zu Ihnen mit einem Verkaufsverbot oder sogar Beschlagnahmungen einbehalten wird. Hier in dem Fall haben Sie Geld bezahlt und keine Ware erhalten.

Auf Rückfrage mit Herrn Rainer Schmidt, Geschäftsführer von PVEX, einem der namhaften Entsorgungsspezialisten, wird es in den kommenden Monaten verstärkt zu Kontrollen kommen, da deutlich weniger Ware gemeldet wird, als tatsächlich Zubauszahlen und andere Marktindikatoren verdeutlichen. Den vollständigen Beitragt erhalten Sie in  einer unserer kommenden Ausgaben.

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