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Photovoltaik erreicht 9,4 Prozent an der gesamten Bruttostromerzeugung – pv magazine Deutschland

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Dem Jahresbericht des BDEW zufolge haben die Erneuerbaren 2020 in Deutschland gut vier Prozent mehr Strom geliefert als im Vorjahr. Die Energiewirtschaft reduzierte ihre CO2-Emissionen um 15 Prozent.

Wind, Photovoltaik, Biomasse und andere regenerative Energieträger hatten 2020 einen Anteil von 44,6 Prozent an der Bruttostromerzeugung. Davon entfielen 9,4 Prozentpunkte auf die Photovoltaik. Das geht aus dem Jahresbericht „Energieversorgung 2020“ des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW hervor. Zusammen erzeugten sie fast 252 Milliarden Kilowattstunden Strom – 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dieses Plus ist einer der beiden zentralen Gründe dafür, dass die CO2-Emissionen der Energiewirtschaft hierzulande gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 217 Millionen Tonnen CO2 gesunken sind. Im Vergleich zu 1990 sind die Emissionen um etwa 53 Prozent zurück gegangen. Zweiter Grund ist der niedrigere Stromverbrauch: Insgesamt fast 544 Terawattstunden wurden 2020 verbraucht, etwa 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Der BDEW erklärt dies unter anderem mit der Corona-Pandemie.

Die Windenergie an Land und auf See ist mit einer Stromerzeugung von zusammen 133 Milliarden Kilowattstunden inzwischen mit Abstand der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. Ihr Anteil an der Bruttostromerzeugung lag bei 24 Prozent. Sie erzeugte annähernd so viel Strom wie sämtliche Braun- und Steinkohlekraftwerke zusammen. Deren Erzeugung ist auch in diesem Jahr deutlich zurückgegangen: Die der Steinkohle um mehr als ein Viertel, die der Braunkohle um knapp ein Fünftel. Auch die Kernenergie kommt – insbesondere aufgrund der Stilllegung des Kernkraftwerks Philippsburg 2 Ende 2019 – auf ein Minus. Die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken legte dagegen leicht um 0,7 Prozent zu.

BDEW verlangt schnelleren Ausbau der Erneuerbaren

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, verbindet die Präsentation der Jahresbilanz mit einem Appell, die Erneuerbaren entschlossener und schneller auszubauen. „Die EEG-Novelle, die heute im Bundestag verabschiedet werden soll, enthält zwar einige positive Ansätze, wird aber noch nicht ausreichen, um der Energiewende den notwendigen Anschub zu verleihen“, sagte Andreae.

Insgesamt habe es im Jahr 2020 trotz der Corona-Pandemie jedoch auch Fortschritte in der Energiepolitik gegeben, sagte Andreae. Mit dem Kohleverstromungsbeendigungsgesetz gebe es nun einen klaren Plan, um Schritt für Schritt aus der Kohleverstromung auszusteigen. Mit der vom BDEW seit Langem geforderten Einführung der CO2-Bepreisung in den Bereichen Wärme und Verkehr habe die Bundesregierung einen Paradigmenwechsel in diesen Sektoren eingeleitet. Dennoch gebe es auch im kommenden Jahr viel zu tun: „Gerade in Hinblick auf die Erhöhung der europäischen Klimaziele gilt es nun, noch einmal mehr Tempo zu geben. Wir müssen alle Potenziale zur Treibhausgasminderung ausschöpfen“, sagt Andreae.

Darüber hinaus fordert sie, die Finanzierung der Erneuerbaren zu reformieren – das sei eine zentrale Aufgabe der nächsten Bundesregierung. „Das EEG stößt hier mittlerweile an seine Grenzen“, sagt Andreae. Auch das Thema Wasserstoff müsse weiterhin ganz weit oben auf der Agenda der Politik bleiben. „Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat die Bundesregierung einen ersten Plan für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft vorgelegt. Nun gilt es, diesen Plan in die Tat umzusetzen.“