Der Landkreis Lörrach und die beteiligten Kommunen haben das Pilotprojekt der “Unternehmensunabhängigen interkommunalen Wärmeplanung für den Landkreis Lörrach“ gestartet. Sie möchten über die kommunale Wärmeplanung eine Grundlage für einen mit den ambitionierten Klimaschutzzielen kompatiblen Umbau der Wärmeversorgung schaffen. Das Land beteiligt sich mit rund 622.000 Euro an dem Projekt. Das Pilotvorhaben geht auf die Initiative der dortigen Landrätin, Marion Dammann, zurück.

Umweltminister Franz Untersteller begrüßt das Pilotvorhaben als wichtigen Impulsgeber für nachhaltigen Klimaschutz im ganzen Land: „Um unsere energiepolitischen Ziele erreichen zu können, brauchen wir eine weitgehend klimaneutrale Wärmeversorgung auf der kommunalen Ebene“, sagt Untersteller. „Der Landkreis Lörrach geht hier mit gutem Beispiel voran. Er übernimmt Verantwortung für ein besseres Klima. Er ermöglicht mit dem interkommunalen Projekt auch kleineren Gemeinden eine zukunftsweisende Wärmeversorgung.“

Kommunale Wärmeplanung für nachhaltigen Klimaschutz

Das Pilotvorhaben mache deutlich, dass das Instrument der kommunalen Wärmeplanung auf kommunaler Ebene als wichtig und zielführend erachtet werde, so der Minister weiter. „Das bestätigt mich in meiner Entscheidung, die größeren Städte im Land im neuen Klimaschutzgesetz dazu zu verpflichten, in den nächsten Jahren eine Wärmeplanung für ihr gesamtes Gemeindegebiet aufzustellen.“

Landrätin Marion Dammann: „Für die umfangreiche Förderzusage des Landes sind wir sehr dankbar. Damit wird die engagierte Klimaschutzarbeit sowohl des Landkreises als auch seiner Städte und Gemeinden anerkannt. Auf dieser wollen wir mit dem Projekt aufbauen.“

Landeskreisweite Wärmeplanung – Vorteile und Synergien

In dem Verbundprojekt will man untersuchen, welche Vorteile und Synergien eine landkreisweite Wärmeplanung sowohl in der Planungs- und Konzeptphase als auch für die spätere Umsetzung mit sich bringt. Für das Umweltministerium stehen folgende Erkenntnisse im Vordergrund.

  • Potenziale im ländlichen Raum, um die hohen Wärmebedarfe in den Städten zu decken.
  • Wärmeplanung für bestimmte Siedlungsstrukturen.
  • Optimale organisatorische Abwicklung auf verschiedenen Verwaltungsebenen.
  • Potenziale der jeweiligen erneuerbaren Energien zur Wärmenutzung.

Die im Vorhaben des Landkreises Lörrach gewonnenen Erfahrungen sollen in einen „Leitfaden Kommunale Wärmeplanung“ einfließen. Auch ein Förderprogramm des Landes für Kommunen, die das neue Klimaschutzgesetz nicht zu einer Wärmeplanung verpflichtet, soll von den Erkenntnissen profitieren.

27.8.2020 | Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH