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poly ab 29 cent/Wp* im Angebot?

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Wie in jeder einschneidenden Situation, speziell jetzt die Begrenzung von Anlagen auf 750 kW, spielen die Preise verrückt und wilde Preisspekulationen entbrennen. Aber eigentlich kann man es auf wenige Faktoren begrenzen, die sich rein betriebswirtschafltich auf den Modulpreis auswirken: Materialeinkauf, Nachfrage und Dollarkurs. Alle drei Faktoren haben dieses Jahr eine entscheidende Rolle gespielt. Während aufgrund der hohen Nachfrage auch alleine in China mit fast 19 GW Zubau der Preis sich im unbedeutenden deutschen Markt nicht bewegt haben, konnten wir am Ende des Zubauprogramms in Q3 einen erheblichen Preisverfall beobachten, der durch die extrem gefallenen Zell- und Rohstoffpreise beflügelt wurde. MIt dem Ausstieg einiger namhafter Marken aus dem MIP/Undertaking wurde diese Preistendenz durch etwas kannibalistisch anmutenden Preisdumping zusätzlich angeheizt, so dass wir zu Beginn des Q4 Preise unter 40 cent/Wp erreicht haben.

Jetzt erreichen uns aber Nachrichten von 29 cent/Wp! Wir erinnern uns an den Zubauwahnsinn in China mit gut 19GW innerhalb eines halben Jahres, teilweise fehlt noch die nötige Infrastruktrur, Wind- und Solarparks ohne Anschluss ans Stromnetz. Während sich die Solarwirtschaft in China selbst unterbieten muss, haben manche auch ohne Sinn und Verstand produziert. Vorsichtige Prognosen nennen Mengen von 5-10 GW an Modulen, die jetzt im Lager stehen – und diese MÜSSEN verkauft werden – und so kommen Preise von 29 cent/Wp zu Stande. Doch dieser Preis funktioniert hier in Deutschland (und USA) nicht, wahrscheinlich erst im März nächsten Jahres wird über den Mindestimport-Zoll neu verhandelt, bis dahin gilt dieser jedoch. Doch irgendwie gelangen diese Preise immer wieder in den deutschen Markt, vorbei an geltenden gesetzlichen Regelungen und immer mit hohem Risiko, dass Zölle/Strafzölle nachgezahlt werden müssen oder Ware nur beschlagnahmt, oder um Wochen in den Häfen festgehalten wird. Ein finanzielles Risiko wird es immer sein und sollte immer geprüft werden.

* ABER auf diesen Preis zu setzen, und vor allem damit zu kalkulieren, empfehlen wir auf keinen Fall. Die Rohstoffpreise sind inzwischen wieder gestiegen, der Euro-Dollar-Kurs hat sich verschlechtert und die Nachfrage in Deutschland bleibt auf anhaltend niedrigem Niveau, spielt also für die Preisfindung gar keine Rolle. Von ca. 70 GW weltweiter Produktionskapazität sind gerade etwas über 1 GW in Deutschland verbaut wurden.

Für das kommende Jahr prognostizieren viele einen Anstieg der EEG-Vergütung, wobei hier die Lobbyisten hinter Sigmar Gabriel wohl noch nicht das letzte Wort gespochen haben. Die Politik wird am Ende immer den Zubau und die “Kosten” der Energiewende zum Anlass nehmen, hier diese Mechanismen zu verhindern. Der Begriff “Strompreis-Bremse” wird wohl einen neuen Kontext bekommen müssen. 😉

Stephan Rothe

Geschäftsführer / CEO, EEHD Erneuerbare Energien Handel und Distribution GmbH

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