DIHK-Studie „Plan B“: Methodisch fragwürdig und volkswirtschaftlich verkannt – LEE Sachsen fordert ehrliche Debatte über
Kostensenkung
Der Landesverband Erneuerbare Energien Sachsen (LEE Sachsen) nimmt das kürzlich verabschiedete Positionspapier des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zum Klimaschutz, basierend auf der Studie „Neue Wege für die Energiewende
(‚Plan B‘)“, mit großer Sorge zur Kenntnis.
Aus Sicht des LEE Sachsen ist die zugrunde liegende Studie sowohl methodisch als auch wissenschaftlich fragwürdig und zieht damit politisch falsche Schlussfolgerungen.
Wir möchten diese Veröffentlichung zum Anlass nehmen, unsere tiefgreifenden Kritikpunkte zu dokumentieren und eine konstruktive Diskussion über die echten Potentiale zur Energiekostensenkung anzuregen.
Die Realität ist: Die Energiewende ist keine Last, sondern eine der größten wirtschaftlichen Chancen der Welt – eine Chance, die Deutschland derzeit nicht hinreichend konsequent zu nutzen weiß. Die zentrale Behauptung, die Energiewende habe zu den steigenden Kosten geführt, ist unbelegt und falsch; die wahren, massiven volkswirtschaftlichen Kosten resultierten aus der abrupten Abhängigkeit von billigem russischem Pipelinegas.
Die Energiewende kann dafür nichts – ganz im Gegenteil: Das Problem liegt insbesondere bei den Systemkosten, die dringend gesenkt werden müssen.
In der DIHK-Studie werden Irrwege beschritten, die keine Kostensenkung bedeuten würden. Die Annahme, Wasserstoffimporte oder blauer Wasserstoff könnten kurzfristig kostengünstig helfen, entspricht nicht der Realität, da entsprechende Transporttechnologie fehlt und blauer Wasserstoff mangels CCS und CO2-Netzen faktisch nicht zur Verfügung steht. Auch das Streichen von Ausbauzielen ist kontraproduktiv für die Planungssicherheit von Unternehmen.
Darüber hinaus erachtet der LEE Sachsen die Idee, das energiewirtschaftliche Zieldreieck durch das Weglassen des ökologischen Aspekts aufzugeben, als inakzeptabel für eine zukunftsorientierte Wirtschaft. Gleichzeitig weist die Studie eklatante methodische Mängel auf: Sie ersetzt willkürlich Kostenannahmen anderer Experten durch eigene, die sich an traditionell pessimistischen Schätzungen der IEA (International Energy Agency) orientieren und das reale Kostenreduktionspotential von Erneuerbaren Energien um den Faktor fünf unterschreiten. Die Kosten für nichtexistierenden Wasserstoff sind dagegen sehr optimistisch angesetzt, während Investitions- und Betriebskosten willkürlich gemischt werden.
Aus dieser methodisch fehlerhaften Basis abzuleiten, wie hoch die Kosten für die Energiewende bis 2045 sind, erachtet der LEE Sachsen als höchst unseriös.
Anstelle ideologischer Grabenkämpfe wünscht sich der LEE Sachsen eine ehrliche und faktenbasierte Diskussion über die Potentiale zur Energiekostensenkung in unmittelbarer Zukunft. Wir benötigen einen planvollen Ausbau Erneuerbarer Energien und eine
schnellere Digitalisierung. Ein solcher Ansatz wirkt schnellstmöglich kostensenkend und entfacht jenen positiven Optimismus in der Wirtschaft, der dringend erforderlich ist.
Der LEE Sachsen bleibt gesprächsbereit und hofft auf eine konstruktive Fortsetzung der Debatte.

