Der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien ist nach einer Berechnung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) 2018 auf 40,4 Prozent gestiegen. Um die Atomkraftwerke bis 2022 zu ersetzen, reicht der gegenwärtige Zubau an erneuerbaren Energien aber bei weitem nicht aus, kritisiert das ISE.

Das sonnenreiche Jahr 2018 hat die Stromausbeute aus Photovoltaik um 16 Prozent gesteigert. Die maximale Solarleistung wurde nach Mitteilung des ISE am 2. Juli um 13.15 Uhr mit 32 Gigawatt erreicht – das waren 39 Prozent der gesamten Stromerzeugung zu diesem Zeitpunkt. Die Windkraft legte den Berechnungen zufolge im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent zu, während die Nettostromerzeugung aus Kohle, Gas und Wasserkraft abnahm. Die Nettostromerzeugung berücksichtigt nicht den Eigenverbrauch von industriellen Kraftwerken, sondern nur den Strom, der ins Netz eingespeist wird. Bei erneuerbaren Energien gibt es keinen Eigenverbrauch.

Zu den Verlierern des sonnenreichen und trockenen Jahres gehört die Wasserkraft, die mit 17 Terrawattstunden den zweitniedrigsten Wert in 30 Jahren erzielte. Da der Anteil der Wasserkraft am Strommix aber nur um die 3 Prozent beträgt, fiel das Minus in der Gesamtrechnung nicht so sehr ins Gewicht.

Trotz des Überspringens der 40-Prozent-Hürde – 2017 lag der Anteil bei 38,2 Prozent – sieht Professor Bruno Burger, der die Statistik am ISE erstellt hat, noch einen gewaltigen Aufholbedarf, um die CO2-Ziele der Bundesregierung bis 2030 zu erreichen und den Ausstieg aus der Atomkraft bis 2022 zu kompensieren.

weiterlesen … (Quelle: Badische Zeitung)