LOADING

Type to search

Sponsored: PV-Montagesysteme neu aufgestellt – pv magazine Deutschland

Share

2012 hat Branchenveteran Peter Grass Premium Mounting Technologies (PMT) gegründet. Jetzt stellt sich das Unternehmen neu auf – bei Führung und Technologie. Gemeinsam mit Installationspartner Steffen Hesch, CEO von Solartechnik Dresden, spricht Peter Grass im Interview über neue Geschäftsmodelle und Änderungen im Photovoltaik-Sektor.

Premium Mounting Technologies (PMT) wurde als Ableger eines EPC-Unternehmens gegründet. Die Beziehung zu Solartechnik Dresden basiert aus meiner Sicht auf einer gewissen Exklusivität. Wie sah die Zusammenarbeit Ihrer beiden Unternehmen in der Vergangenheit aus?

Steffen Hesch: Solartechnik Dresden wurde im Dezember 2017 gegründet und hat im Januar 2018 die Geschäftstätigkeit aufgenommen. Die Idee war, ein kleines Unternehmen für die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf der ganzen Welt aufzubauen. Deshalb haben wir mehrere Unternehmen miteinander verbunden und entschiedene, unsere Systeme ohne Subunternehmer zu bauen. Im Mai 2018 haben Peter und ich beschlossen, eine Partnerschaft zwischen PMT und Solartechnik aufzubauen, und im Juli eine Premium-Partnerschaft vereinbart. Daher nutzen wir fast nur PMT-Produkte für Photovoltaik-Projekte auf Flach- und Schrägdächern.

Peter Grass: Was ich über all die Jahre gesehen habe, sind die immer gleichen Fehler beziehungsweise Probleme. Es gibt drei Knackpunkte, die ein Projekt gut oder schlecht machen. Der erste ist der Systementwickler, natürlich mit Fokus auf dem Montagesystem. Wenn ein Modulhersteller etwas falsch macht, liegt das Problem in China und Sie können es nicht ändern. Aber von allen Dingen, die Sie steuern können, ist das erste die Auswahl der richtigen Konstruktion – hier können einige wirklich kritische Fehler passieren, beispielsweise falsche Windkanaltests. Der zweite große problematische Bereich ist, dass Leute ihre eigene Software verwenden und alle Daten für ihr Projekt selbst liefern. Sie sagen Ihnen beispielsweise: Das Dach ist elf Meter hoch und hat keine Neigung – tatsächlich hat es dann aber fünf Grad. Viele Fehler passieren wegen falscher Daten oder schlechter Kommunikation. Und der dritte Punkt ist, dass Entwickler ständig verschiedene Crews einsetzen. Eigentlich arbeiten Sie mit nur einem EPC zusammen, tatsächlich aber mit zehn verschiedenen Subunternehmern. Der Subunternehmer wiederum schult Teams aus verschiedenen EPCs. So ist ständig ein anderes Team auf der Baustelle, das an einem Tag PMT-Produkte verwendet und am nächsten Tag Produkte von Wettbewerbern – und dabei nie die Montageanleitungen der Systeme liest. Die Partnerschaft zwischen PMT und Solartechnik Dresden beseitigt all diese Qualitätsprobleme.

Bei PMT gab es kürzlich einige Veränderungen, Thomas Kercher ist jetzt neuer CEO. Peter Grass, Sie fokussieren sich wieder ausschließlich auf Technik als CTO: Was kann der Markt an Produkten und Innovationen erwarten?

Peter Grass: Achtzig Prozent unseres Umsatzes entfallen auf Flachdachsysteme oder Systeme ohne Dachdurchdringung mit Neigungen von bis zu 30 Grad. Dächer ohne Durchdringung waren über die Jahre unser Spezialgebiet; dort wurden wir Marktführer. Und jetzt ist es Zeit für das nächste Level: Wir bauen ein neues System, das auf geringere Wind- oder Schneelasten und verschiedene Dachziegel ausgerichtet, aber dennoch aerodynamisch ist. Ein weiterer Bereich sind Carports beziehungsweise Energiedächer, unter denen man parken oder Dinge lagern kann: Für dieses Segment entwickeln wir neue Inlay-Produkte ohne vollständig geschlossene Dächer für bifaziale Module. Das ist wirklich ein sich sehr schnell verändernder Markt. Hinzu kommen weitere Märkte, auf denen wir in den nächsten 24 Monaten die ersten Schritte machen wollen, weil wir dort bislang nicht präsent sind – beispielsweise in den Segmenten Agro-PV und schwimmende Photovoltaik.

Stichwort schnelle Änderungen: Zellen und Module werden zurzeit immer größer. Wie passen Sie Ihre Produkte an diesen Trend an und wie wird sich das auf Ihr Unternehmen auswirken?

Steffen Hesch: Für die Installation besteht die Herausforderung darin, dass es schwieriger ist, diese Module zu transportieren – man muss intensiver über die verschiedenen Arbeitsschritte nachdenken, wo auch immer man die Anlage aufbaut, auf einem Dach, einem Feld, einem Carport. Derzeit liefern wir jedoch keine Module vor Ort aus, sondern nur die kleineren Teile, so dass die Lieferkette für Module im Moment keine Rolle spielt.

Peter Grass: Für PMT ändert dieser Fertigungstrend die Systematik und die Ideen hinter den Montagesystemen vollständig. Die neuen Dimensionen haben Auswirkungen auf alle Phasen des Produkts und der Projektentwicklung. Bei aerodynamischen Flachdachsystemen ist nichts mehr wie zuvor – die Windkanaltests sind nicht mehr aussagekräftig, die Geometrie des Systems wird vollständig geändert, die Ballastberechnungen sind völlig falsch. Man muss ganz neu denken. In den vergangenen neun Monaten haben wir die ersten M6-Wafer gesehen, bald werden M12-Wafer kommen. Module mit 60 Zellen sind nicht mehr 165 mal 99 Zentimeter groß, sondern irgendwas zwischen 160 und 240 Zentimeter – eine wirklich große Bandbreite an Modellabmessungen. Wir haben Anfang des Jahres begonnen, alles auf diese Änderungen vorzubereiten, und haben inzwischen etwas für fast jedes Modul auf dem Markt.

Bei Modulen mit größerem Format sollen die LCOE-Kosten gesenkt werden. Wie sehen Sie das?

Peter Grass: Im Modul-Bereich stimmt das sicher. Aber wenn Sie unsere Berechnungen sehen, könnten Sie enttäuscht sein. Montagesysteme mit bislang zwei Schienen werden möglicherweise drei Schienen benötigen, um diese großen Module aufzunehmen. Die Installationszeiten werden sich verlängern. Die Verkabelung ist nicht so komfortabel. Die Ideen zur Kostensenkung sind für Dächer etwas rückständig. Einer spart Geld, der andere muss es ausgeben.

Sie sind in 27 Ländern aktiv – was sind für Sie die wichtigsten Märkte?

Peter Grass: Die Hauptmärkte für uns sind nach wie vor Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Benelux-Staaten, außerdem Märkte wie Frankreich, die Tschechische Republik und Polen, aber auch östliche Länder wie Ungarn, Rumänien und so weiter. Vertrieben werden unsere Produkte natürlich noch in vielen weiteren Ländern, beispielsweise in den Vereinigten Emiraten und den USA.

Und wie können Sie sich in diesen großen Märkten für Photovoltaik-Dachanlagen im Wettbewerb behaupten?

Peter Grass: Wir haben uns immer auf Qualität und Innovation konzentriert. Wir hören unseren Kunden und Installateuren zu – und nutzen dann deren Feedback, um die Produkte weiter zu optimieren. Das Unternehmen basiert auf den besten deutschen Ingenieurtraditionen, wobei die Liebe zum Detail für unsere Produktentwicklung von zentraler Bedeutung ist. Die Produkte werden ausgiebig getestet, dabei liegt der Schwerpunkt auf ständiger Verbesserung. PMT war beispielsweise eines der ersten Unternehmen, das vom Deutschen Institut für Gebäudetechnik eine allgemeine Bauzulassung für ein aerodynamisches Flachdachmontagesystem erhalten hat. All das gewährleistet den Kunden höchste Qualität, Zuverlässigkeit und maximale Nähe zum Projekt. Ein zusätzlicher Service für unsere Kunden ist „PMT Proof“. Dabei kümmern wir uns gemeinsam mit der Solartechnik Dresden um die Montage und die anschließende Qualitätsprüfung.

Steffen Hesch: PMT Proof ist kein Produkt, sondern eine Arbeitsweise. Wir leben und lieben den Gedanken und die Sicherheit hinter dem Proof-Prozess, weil er für Qualität und Sicherheit bei der Montage steht.

Peter Grass: In der ersten Phase dieses Prozesses werden alle Planungsdaten ausgewertet und gegebenenfalls ausgebessert. Stufe zwei ist die Schulung aller Mitarbeiter zu den Montagesystemen, Stufe drei die Qualitätsprüfung vor Ort. Wir gehen sehr tief ins Detail und führen mit einem externen Partner, dem Institut für Aerodynamik, eine separate Windlastberechnung durch. Dabei wird das Gelände, die Eurocode-Daten und die genaue Windlast überprüft. Wir messen den Reibungskoeffizienten des Systems und prüfen die im Dach eingebaute Isolierung. Und weil all diese Daten vorliegen, bevor das Projekt beginnt, schulen wir so jeden Einzelnen der rund 160 Leute von Solartechnik. Und: Wir fliegen mit einer Drohne zum Standort und überprüfen alle Entfernungen und Details. Das zeichnet uns als unseren größten Vorteil auf dem Markt gegenüber unseren Wettbewerbern aus – die anderen verkaufen nur Aluminium, wir eine vollständige Lösung.

Nutzen Sie beim Proof-Prozess an allen Standorten Drohnen?

Peter Grass: Ja, an allen Standorten. Im Rahmen von PMT Proof machen wir Drohnenflüge davor, während und danach.

Das klingt nach einem ziemlich bedeutenden Commitment. Warum machen Sie das?

Peter Grass: Um keine technischen Kompromisse aufgrund sinkender Preise auf dem Markt einzugehen. Als die Bundesregierung in Deutschland die Einspeisevergütung abgesenkt hat, wurden die Systeme immer kleiner und kleiner und immer billiger und billiger. Mit Blick auf die Netzparität ist es natürlich sinnvoll, Photovoltaik-Anlagen billiger zu machen. Das sollte aber nicht auf Kosten von Qualität und Sicherheit geschehen. Unsere Vorstellung ist es, das Niveau bei Qualität und Sicherheit hoch zu halten, das System jedoch intelligenter, schneller zu installieren und sicherer zu machen.