LOADING

Type to search

ZIM-Innovationsnetzwerk Green Meth: Methanol als Treibstoff in der Binnenschifffahrt – Solarserver

Share

Zu sehen ist das Logo Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), das das ZIM-Netzwerk Green Meth fördert.

Das ZIM-Innovationsnetzwerk Green Meth befasst sich mit der Entwicklung von innovativen technologischen Produktlösungen zur Nutzung von Methanol als erneuerbarer Energieträger in der See- und Binnenschifffahrt. Es wurde zum im Juni 2019 auf Initiative des Maritimen Clusters Norddeutschland e.V. initiiert und startete jüngst in seine zweite Phase. Die embeteco GmbH & Co. KG aus Oldenburg übernimmt das Netzwerkmanagement.

Das Netzwerk umfasst 24 Partner aus Mittelstand und Forschung

Bis zum Mai 2022 entwickeln die 24 Partner des Innovationsnetzwerks innovative technologische Produkte bis zu ihrer Marktreife. 13 mittelständische Unternehmen kooperieren in dem Netzwerk entlang der Wertschöpfungskette mit sechs Forschungspartnern und werden dabei von fünf assoziierten Partnern unterstützt. Das Netzwerk agiert übergreifend über die norddeutschen Küstenländer und bundesweit. Einer der Forschungspartner ist die NBS Northern Business School – University of Applied Sciences in Hamburg.

Ziel und Forschungsschwerpunkte des Netzwerks

Das ZIM-Netzwerk Green Meth hat das Ziel, Produktlösungen für die Nutzung von Methanol als erneuerbarer Energieträger für kleinere Schiffe in der See- und Binnenschifffahrt zu entwickeln. Das soll entlang der so genannten „Well-to-wake“-Wertschöpfungskette geschehen. Das heißt, von der Herstellung des Brennstoffes bis hin zur Umwandlung in Vortriebsenergie eines Schiffes. Insbesondere für kleinere Schiffe im so genannten „Small Scale“-Bereich besteht ein erhöhter Forschungs- und Entwicklungsbedarf, da hier eine technologische Lücke vorliegt. Bislang fehlt es an geeigneten Antriebssystemen für diese Schiffstypen. Die mittelständischen Unternehmen und Forschungspartner in dem Netzwerk wollen diese Lücke durch ihre technologischen Innovationen schließen.

In der Schifffahrt werden alternative, emissionsarme Antriebs- und Brennstoffkonzepte aufgrund stetig steigender Emissionsgrenzwerte immer wichtiger. Neben der weltweiten Begrenzung des Schwefelanteils im Brennstoff auf 0,5 Prozent ab 2020 und strengeren Regularien in Bezug auf den NOx-Ausstoß (IMO Tier III) ist die Ausweisung neuer Emissionssondergebiete zu erwarten. Regionale Regularien der Hafenstaaten sorgen zusätzlich dafür, dass das Thema an Relevanz gewinnt.

Zurzeit von Wirtschaft und Politik favorisierte Brückenlösungen, wie die Nutzung von Flüssigerdgas (LNG), sind allerdings mit technischen Herausforderungen verbunden. Zudem konnte das Problem des Methanschlupfs bisher noch nicht zufriedenstellend gelöst werden.

Methanol als Alternative zu LNG

Dagegen gibt es beim Einsatz von Methanol in Verbrennungskraftmaschinen oder als Energieträger für Brennstoffzellen keinen Methanschlupf. Bestehende Bunkertanks der Schiffe kann man mit sehr geringem Aufwand umrüsten und weiter nutzen. Bei Neubauten kann man ein Tank-Arrangement wählen, das eine günstige und platzsparende Positionierung der Tanks zulässt. Darüber hinaus ist Methanol als Flüssigkeit verhältnismäßig einfach zu handhaben und zu bunkern. Methanol ist weltweit verfügbar. Bei Lagerung und Transfer entstehen keine Energieverluste und nur geringe Logistikkosten. Wenn Methanol ins Wasser gelangen sollte, ist von einer deutlich geringeren Umweltbelastung im Vergleich zu Schweröl oder Diesel auszugehen. Methanol ist außerdem potentiell aus erneuerbaren Energien produzierbar, man spricht dann von grünem Methanol. Methanol besitzt das Potenzial, für verschiedene Schiffstypen die Ziele der Wasserstoffstrategien der Bundesregierung und der Küstenländer zu erreichen.

In Niedersachsen besteht bereits großes Interesse an der Technologie, weil Fähren und Offshore-Fahrzeuge mit Methanol betrieben werden können. Und der deutschlandweit führende Windenergiestandort Niedersachsen könnte sich so neue Wertschöpfungsketten im Bereich der Herstellung wasserstoffbasierter Brennstoffe erschließen.

Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) fördert Green Meth

Die Förderung der unternehmerischen Netzwerkpartner beträgt seit Kurzem für einzelne Projekte im Rahmen des Netzwerks bis zu 550.000 Euro, das entspricht Zuwendungen von bis zu 247.500 Euro für ein mittelständisches Unternehmen. Für Kooperationsprojekte mehrerer beteiligter Unternehmen und Forschungspartner können sogar insgesamt bis zu 2,3 Mio. Euro Fördersumme für ihre Produktentwicklungen erzielt werden. Die Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Förderprogramms Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Das Ziel ist die nachhaltige Stärkung der Innovationskraft und damit der Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Unternehmen.

Weitere Informationen zum ZIM-Innovationsnetzwerk Green Meth sind unter dem nebenstehenden Link zu finden.

10.11.2020 | Quelle: Northern Business School | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH