Solarmodul Wirkungsgrad 2026: Effizienz, Technologien und Wirtschaftlichkeit für Profis

2. Chance

Das EEG-Förderende trifft ab 2026 jedes Jahr Zehntausende Anlagen. Für Fachbetriebe entsteht daraus jedoch eine planbare Projektpipeline bis 2036. Die Zahlen dazu haben wir ausgewertet.

Zum 31. Dezember 2026 verlieren 65.346 EEG-Anlagen mit rund 3.996 MW ihre Vergütung – der komplette Inbetriebnahme-Jahrgang 2006. Ein Jahr später folgen 77.665 Anlagen mit 3.642 MW. Und das ist erst der Auftakt: Bis 2036 fallen die Jahrgänge 2005 bis 2016 aus der Förderung – zusammen rund 1,48 Millionen Anlagen mit etwa 81 GW. Den Ausschlag gibt der Solarboom 2009 bis 2012: Allein der Jahrgang 2011 verliert Ende 2031 auf einen Schlag 11.180 MW.

Das Ende der Förderung ist aber kein Ende der Anlage. Module, Wechselrichter und Flächen sind da, der Netzanschluss ist genehmigt, die Erschließung bezahlt. Was fehlt, ist ein neues Geschäftsmodell – und genau darin liegt die zweite Chance.

Das EEG-Förderende in Zahlen

Ausgewertet haben wir die EEG-Anlagenstammdaten der Jahresabrechnung 2024 aller vier Übertragungsnetzbetreiber – rund 3,4 Millionen Datensätze, bereinigt um Doppelmeldungen und bereits stillgelegte Anlagen. Maßgeblich ist das Inbetriebnahmejahr plus 20 Jahre.

02.0004.0006.0008.00010.00012.000Installierte Leistung in MW200520252006202620072027200820282009202920102030201120312012203220132033201420342015203520162036Jahr der Inbetriebnahme · darunter grau: Jahr des FörderendesEnergieträgerWasserBiomasseWind an LandSolar (PV)Spitze: 11.180 MW(Jahrgang 2011)Quelle: netztransparenz.de, EEG-Anlagenstammdaten der Jahresabrechnung 2024 (alle vier ÜNB)
InbetriebnahmeFörderendeAnlagenSolar GWWind GWBiomasse GWWasser GWSumme GW
200531.12.202568.1171,01,70,80,13,4
200631.12.202665.3460,92,21,00,14,0
200731.12.202777.6651,31,70,80,13,7
200831.12.2028114.6272,00,80,50,13,2
200931.12.2029181.6324,42,70,60,17,7
201031.12.2030256.1537,51,50,90,210,0
201131.12.2031257.4147,91,91,40,211,2
201231.12.2032170.1556,72,40,30,19,5
201331.12.2033118.4973,13,00,30,26,5
201431.12.203472.9861,74,90,30,16,8
201531.12.203549.2731,43,80,10,15,2
201631.12.203652.2601,54,50,10,16,0

Häufige Fragen zum EEG-Förderende

Wann endet die EEG-Förderung für meine Anlage?

20 Jahre nach dem Inbetriebnahmejahr, jeweils zum 31. Dezember. Eine Anlage von 2006 verliert die Vergütung also Ende 2026.

Wie viele Anlagen sind betroffen?

Zwischen 2025 und 2036 fallen rund 1,48 Millionen Anlagen mit etwa 81 GW aus der Förderung. Der Spitzenjahrgang 2011 verliert Ende 2031 allein 11,2 GW.

Muss ich die Anlage danach abschalten?

Nein. Module, Wechselrichter und Netzanschluss bleiben nutzbar. Es fehlt lediglich ein neues Geschäftsmodell.

Welche Optionen habe ich nach dem Förderende?

Drei: Weiterbetrieb über sonstige Direktvermarktung oder PPA, Repowering der Fläche mit aktuellen Modulen, oder Eigenverbrauch mit Speicher.

Für wen lohnt sich Repowering besonders?

Für Anlagen über 100 kWp. Diese knapp 60.000 Objekte stellen zwar nur 4 Prozent der Anlagen, aber 75 Prozent der auslaufenden Leistung.

Ab wann sollte ich Betreiber ansprechen?

Jetzt. Wer den Bestandskundenstamm nach Inbetriebnahmejahren sortiert, hat bis 2031 eine planbare Pipeline und erreicht Betreiber vor der Abschaltentscheidung.

Angaben in GW, auf eine Nachkommastelle aufgerundet – Zeilensummen können dadurch leicht abweichen. Dargestellt sind Solar, Wind an Land, Biomasse und Wasserkraft (zusammen 76,6 GW); Offshore-Wind, Deponie-, Klär- und Grubengas sowie Geothermie sind nicht enthalten.

Vier Prozent der Anlagen tragen drei Viertel der Leistung. Über alle Jahrgänge 2005 bis 2016 laufen rund 1,48 Millionen Anlagen mit zusammen 81,0 GW aus der Förderung. Davon sind 59.084 Anlagen größer als 100 kWp – das sind nur 3,98 Prozent der Anlagen, aber 60,5 GW und damit 74,8 Prozent der gesamten auslaufenden Leistung. Die übrigen rund 1,43 Millionen Anlagen bis 100 kWp kommen zusammen auf 20,4 GW.

Fazit

Die Auslaufwelle ist zwei Märkte in einem. Auf der Leistungsseite entscheidet eine überschaubare Zahl von Anlagen über 100 kWp: knapp 60.000 Objekte, die drei Viertel der auslaufenden Kapazität stellen – groß genug für Direktvermarktung, PPA und wirtschaftliches Repowering und gezielt ansprechbar. Auf der Stückzahlseite stehen 1,43 Millionen Klein- und Dachanlagen, für die nur standardisierte Pakete aus Eigenverbrauch, Speicher und Weiterbetrieb funktionieren.

Der Jahrgang 2006 ist mit 4,0 GW noch die kleine Welle. Ab dem Jahrgang 2009 verdoppelt sich das Volumen, 2031 fallen mit 11,2 GW so viele Anlagen aus der Förderung wie in keinem anderen Jahr. Wer Prozesse, Angebote und Lagerbestände jetzt darauf ausrichtet, hat fünf Jahre Vorlauf.

EEG-Förderende: drei Wege für Ihre Anlage

1. Weiterbetrieb mit Direktvermarktung. Technisch intakte Anlagen können einfach weiterlaufen. Der Strom wandert in die sonstige Direktvermarktung oder in ein PPA. Entscheidend sind die laufenden Kosten – Messung, Bilanzkreis, Wartung – und ein realistischer Blick auf die Restlebensdauer.

2. Repowering. Wo eine 2006er Fläche heute rund 150 Wp pro Quadratmeter trägt, holen aktuelle Module das Doppelte heraus. Bei gleicher Fläche und bestehendem Netzanschluss ist Repowering häufig die wirtschaftlichste Variante – inklusive fachgerechter Entsorgung der Altmodule.

3. Eigenverbrauch und Speicher. Ohne Vergütung zählt jede selbst genutzte Kilowattstunde doppelt. Ein Batteriespeicher hebt die Eigenverbrauchsquote deutlich, im Gewerbe kommt die Kappung von Lastspitzen dazu.

Was Fachbetriebe jetzt tun können

Der Jahrgang 2006 ist überschaubar, der Jahrgang 2011 nicht mehr. Wer seinen Bestandskundenstamm heute nach Inbetriebnahmejahren sortiert, hat bis 2031 eine planbare Projektpipeline – und spricht Betreiber an, bevor diese die Abschaltung in Erwägung ziehen.

Wir unterstützen Sie dabei: mit Repowering und zertifizierter Entsorgung, mit Modulen und Speicherlösungen für Eigenverbrauch und Arbitrage sowie mit herstellerunabhängiger Beratung. Sprechen Sie uns an – wir rechnen Ihr Projekt gemeinsam durch.

Datenbasis: netztransparenz.de, EEG-Anlagenstammdaten der Jahresabrechnung 2024 (Stand 31.12.2024), alle vier ÜNB. Eigene Auswertung EEHD GmbH, Stand August 2026. Die Stammdaten enthalten die installierte Leistung, keine Strommengen. Sonderfälle wie verlängerte Vergütungszeiträume sind nicht berücksichtigt.