China senkt Exportvergütungen weiter – Auswirkungen auf Modulpreise auch in Europa spürbar
Was bislang nur vermutet wurde, ist nun Realität: Die chinesische Regierung hat gestern Abend offiziell beschlossen, die Rückerstattung der Mehrwertsteuer auf Exporte („VAT Export Rebates“) weiter zu senken. Diese Maßnahme betrifft auch Kernsegmente der Solarbranche wie Solarmodule und Batteriespeicher – mit spürbaren Folgen für den internationalen Markt.
Konkret wird die Rückerstattung in zwei Stufen reduziert: Zum 1. April 2026 sinkt sie zunächst auf 6 %, bevor sie zum 1. Januar 2027 bei Batterien vollständig entfällt. Bei Solarmodulen entfällt diese bereits komplett ab dem 1. April. Damit steigen die Produktions- und Exportkosten chinesischer Hersteller deutlich an, was sich unmittelbar auf die Preise entlang der gesamten Lieferkette auswirken dürfte. Parallel dazu treiben auch höhere Rohstoffkosten – etwa bei Silber – die Modulpreise weiter nach oben.
Für den europäischen Markt bedeutet das eine Trendwende. Restbestände, die bislang zu Niedrigpreisen „verramscht“ wurden, verlieren zunehmend an Bedeutung. Preisliche Abwertungen wie in den letzten Jahren sind angesichts der fortgeschrittenen Konsolidierung des chinesischen PV-Marktes künftig kaum mehr zu erwarten. Auch staatliche Eingriffe in Form künstlich niedrig gehaltener Exportpreise dürften damit der Vergangenheit angehören.
Unsere Empfehlung: Prüfen Sie laufende und geplante Projekte jetzt gründlich nach. Kalkulationen sollten aktualisiert werden – insbesondere bei Komponenten wie Unterkonstruktionen, Wechselrichtern und Zubehör, wo sich aktuell noch Einsparpotenziale von 2–3 ct/W realisieren lassen. Das Modul selbst wird künftig weniger der entscheidende Preisfaktor sein, sondern vielmehr die Gesamteffizienz der Projektplanung.
Der Markt bewegt sich – wer seine Projekte frühzeitig anpasst, kann sich Wettbewerbsvorteile sichern und langfristig stabilere Margen erzielen.

