Zauberei Schwachlicht-Optimierung

Ist die Schwachlichtoptimierung gutes Marketing oder steckt echte Technik dahinter? Ein Hersteller, nennen wir ihn ABC, soll etwas geschafft haben, was andere angeblich nicht erreichen. Wir sehen darin vor allem Marketing. Deshalb erklären wir hier den technischen Hintergrund.

Warum wir skeptisch sind

Gute Videos helfen zweifellos im Verkauf. Allerdings erzeugen sie auch Erwartungen, die am Ende niemand erfüllen kann. Wer schon einmal ein ABC-Modul in der Hand hatte, sieht nämlich keinen Unterschied.

Der Aufbau ist identisch. Es gibt keine zusätzliche Technik, keine integrierten Optimierer und kein Zusatzsystem. Alle Hersteller mit rückseitenkontaktierten Zellen verwenden denselben Aufbau. Die Unterschiede sind minimal. Andere reden nur weniger darüber.

Was Schwachlichtoptimierung wirklich ist

Bei ABC ist die Schwachlichtoptimierung kein eigenständiges Bauteil der Zelle. Sie ist vielmehr das Ergebnis konsequenter Selektion. Die Zellen werden nach der Produktion sorgfältig geprüft. Dabei zählen die elektrischen Parameter und besonders das Verhalten bei niedriger Lichtintensität.

Nur die besten Zellen wandern anschließend in schwachlichtoptimierte Module. Diese Zellen zeigen bereits von Natur aus gute Werte. Verantwortlich dafür sind:

  • eine hohe Kristallreinheit
  • geringe Materialdefekte
  • eine optimierte Dotierung

Kurz gesagt: Die Optimierung beruht auf strenger Qualitätsselektion, nicht auf einer technischen Neuentwicklung.

Die Rolle der Durchbruchspannung

Ein zentraler Prüfwert ist die Durchbruchspannung einer Solarzelle. Das ist jene Spannung, ab der der Strom durch die Zelle plötzlich ansteigt. Gemessen wird sie meist unter starker Rückwärtsbelastung.

In der Praxis dient die Messung dem Aufspüren sogenannter Shuntzellen. Diese Zellen haben einen unerwünscht niedrigen Widerstand zwischen Vorder- und Rückseite. Dadurch entstehen Stromverluste und Hot-Spot-Effekte. Zellen mit schlechter Sperrwirkung erreichen ihre Durchbruchspannung zu früh. Sie werden deshalb bereits in der Produktion aussortiert.

Die erreichbaren Werte hängen von Materialqualität und Zelltyp ab. Üblich sind 12 bis 50 Volt je Zelle.

Was das für Ihre Kalkulation bedeutet

Die Optimierung des Schwachlichtverhaltens ist damit eng an die Zellselektion gekoppelt. In den Modulen steckt also keine Zaubertechnologie. Stattdessen finden sich dort selektierte Zellen mit bekannt guten Kennwerten bei geringer Einstrahlung.

Weil immer die besten Zellen selektiert werden, halten wir bei hohen Leistungsklassen auch einen höheren Preis für gerechtfertigt. Es bleibt allerdings eine spannende Frage: Was passiert eigentlich mit den aussortierten Zellen?

Häufige Fragen zur Schwachlichtoptimierung

Was ist Schwachlichtoptimierung?

Es beschreibt Module, deren Zellen bei geringer Einstrahlung überdurchschnittlich gut arbeiten. Erreicht wird das durch Selektion, nicht durch ein zusätzliches Bauteil.

Steckt eine spezielle Technik im Modul?

Nein. Der Modulaufbau entspricht dem anderer rückseitenkontaktierter Module. Es gibt weder integrierte Optimierer noch Zusatzelektronik.

Was ist die Durchbruchspannung?

Die Spannung, ab der der Strom durch die Zelle sprunghaft ansteigt. Sie dient in der Fertigung dazu, fehlerhafte Shuntzellen auszusortieren.

Rechtfertigt das einen höheren Preis?

Bei hohen Leistungsklassen halten wir einen Aufschlag für vertretbar, weil dort tatsächlich die besten Zellen verbaut werden.

Was passiert mit den aussortierten Zellen?

Sie verschwinden nicht, sondern landen in Modulen niedrigerer Leistungsklassen. Das sollten Sie beim Vergleich von Datenblättern im Kopf behalten.

Sie möchten Module technisch vergleichen statt nur Prospekte zu lesen? Dann sprechen Sie uns über unser Kontaktformular an oder sehen Sie sich unsere Produktübersicht an. Grundlagenforschung zu Zelltechnologien betreibt unter anderem das Fraunhofer ISE.