Schwarmspeicher

Geld verdienen mit Batteriespeichern – nur noch bedingt möglich?!

Sie wollen Geld verdienen mit Batteriespeichern? Der Prospekt des Anbieters glänzt und verspricht Traumrenditen. Sie ahnen bereits, was jetzt kommt. Schauen wir also nüchtern auf die Voraussetzungen.

Was ein Großspeicher wirklich braucht

Bevor überhaupt eine Kilowattstunde gehandelt wird, müssen sieben Punkte stehen:

  • Stellplatz
  • Netzkapazität
  • geeigneter Trafo oder Neuanschaffung samt Umbau wegen TAB
  • Beladungszusage vom Netzbetreiber
  • Baugenehmigung
  • Naturschutzprüfung
  • Lärmschutznachweis

Die aktuelle Planungszeit, bis ein Anschluss über 50 Prozent Wahrscheinlichkeit erreicht, liegt bei rund zwei bis drei Jahren. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern die Realität vieler Projekte.

Der Erlös sinkt schneller als gedacht

Bei Investitionsprojekten im Großspeicher-Bereich sehen wir derzeit wenig Chancen. Denn wer spät ans Netz geht, verpasst die lukrative Phase. Statistisch bleiben noch maximal fünf Jahre mit hohen Erlösen. Danach liegen die Umsätze nur noch bei etwa 50 bis 60 Prozent.

Ein Beispiel aus unserer eigenen Erlösprognose macht das deutlich:

  • 2026: etwas über 100 €/kWh Erlös
  • 2031: nur noch rund 60 €/kWh
  • nach 20 Jahren: etwa 37 €/kWh

Geht Ihr Speicher erst 2029 ans Netz, haben Sie bereits 15 Prozent der hohen Einnahmen verloren. Bis 2031 sind es sogar über 25 Prozent.

Zwei Denkfehler in vielen Hochglanzprospekten

Ist dieser Verlauf im Prospekt überhaupt berücksichtigt? Nicht selten sehen wir stattdessen eine lineare Betrachtung. Allein das ist bereits ein Fehler. Ein zweiter Punkt fehlt jedoch fast immer.

Batterien altern nämlich. Sie haben wie Solarmodule eine Degradation und eine begrenzte Lebensdauer. Einfache Batteriezellen schaffen unter Idealbedingungen 4.000 bis 6.000 Zyklen.

Rechnen Sie mit 3 Prozent Degradation pro Jahr, bleiben nach zehn Jahren nur noch 70 Prozent Kapazität. Das gilt bei einem Zyklus pro Tag. Nutzen Sie zwei Zyklen täglich, ist die Batterie schon nach weniger als zehn Jahren am Ende. Was passiert dann? Hat sich Ihr Investment bis dahin bezahlt gemacht? Oder müssen Sie erneut in Zellen investieren?

Angesichts dieser Größenordnung fallen die übrigen Ungenauigkeiten in der Renditeberechnung kaum noch auf. Muss Ihr IAB zwingend in die Finanzierung zurückfließen, damit sich das Projekt überhaupt trägt?

Die Gegenfrage: schon nächstes Jahr verdienen

Haben Sie jetzt genügend Fragen? Dann stellen wir eine Gegenfrage. Was wäre, wenn Sie bereits im kommenden Jahr mit einem Speicher Geld verdienen könnten? Dieselbe Checkliste sieht dann nämlich völlig anders aus:

  • Stellplatz: unter 20 qm – neben einem Trafo ist so viel Platz.
  • Netzkapazität: vorhandene Trafos und Anschlüsse werden genutzt.
  • Trafo und TAB-Umbau: muss geprüft werden.
  • Beladungszusage: brauchen auch wir.
  • Baugenehmigung: unter 20 qm nicht erforderlich.
  • Naturschutz: die Anfrage muss leider sein.
  • Lärmschutz: keine Klimageräte, keine aufwendige Flüssigkühlung.

Unser Zahlenspiel – konservativ gerechnet

Die folgenden Eckdaten berücksichtigen die oben genannten Vergesslichkeiten bewusst mit:

  • durchschnittlich rund 55 €/kWh Einnahme aus Trading über 20 Jahre bei Anschluss 2026
  • Kosten von etwa 400 €/kWh inklusive Hybrid-Wechselrichter-System für das kleinste System, gerechnet auf 20 Jahre
  • ohne individuelle Installation und ohne Baukostenzuschuss

Daraus ergibt sich eine Gesamtrendite von über 10 Prozent und eine Amortisation im 7. Jahr.

Und jetzt rechnen wir wie die anderen

Nehmen wir nun die üblichen Annahmen hinzu:

  • 20 Prozent Eigenkapital
  • 10 Prozent Montagekosten
  • Baukostenzuschuss
  • Betriebskosten
  • Service-Kosten für das Trading

Überschlägig ergibt das eine EK-Rendite von rund 47 Prozent und über 9 Prozent Gesamtrendite. Die Amortisation erreichen Sie dann bereits im 5. Jahr.

Der Kniff mit dem Investitionsabzugsbetrag

Kommt schließlich der IAB ins Spiel, verschiebt sich das Bild noch einmal. Steuerrechtlich ist das nicht ideal. Es wirkt sich außerdem nur dann aus, wenn die Erstattung tatsächlich ins Investment zurückfließt.

Im Durchschnitt erhält man bei 400.000 Euro etwa 25 Prozent. Der Wert kann jedoch abweichen. Fragen Sie dazu bitte unbedingt Ihren Steuerberater. Fließen diese 25 Prozent direkt in die Tilgung, gilt:

Die Amortisation erreichen Sie bereits im 3. Jahr. Anschließend verdienen Sie noch 17 Jahre lang richtig Geld.

Was Sie dafür brauchen

Sie benötigen einen unserer Schwarmspeicher. Weitere Infos und Einsatzbereiche finden Sie in unseren Fakten zum Schwarmspeicher. Technisch reichen aktuell rund 150 bis 200 kW freie Kapazität an einem beliebigen Netzverknüpfungspunkt in der Niederspannung.

Und die Preisfrage? Senden Sie uns eine Nachricht über das Kontaktformular. Wir haben bereits einige Beispielangebote für Sie vorbereitet.

Häufige Fragen zum Geldverdienen mit Batteriespeichern

Kann man mit Batteriespeichern noch Geld verdienen?

Ja, aber der Zeitpunkt entscheidet. Die Erlöse sinken von gut 100 €/kWh im Jahr 2026 auf rund 60 €/kWh im Jahr 2031. Wer spät ans Netz geht, verliert einen erheblichen Teil der Erträge.

Wie lange dauert die Planung eines Großspeichers?

Bis ein Netzanschluss über 50 Prozent Wahrscheinlichkeit erreicht, vergehen derzeit rund zwei bis drei Jahre.

Warum ist die Degradation so wichtig?

Bei 3 Prozent Degradation pro Jahr bleiben nach zehn Jahren nur 70 Prozent Kapazität. Bei zwei Zyklen täglich ist die Zelle sogar früher am Ende ihrer Lebensdauer.

Was ist ein Schwarmspeicher?

Ein kleines System unter 20 Quadratmetern, das an vorhandenen Trafos in der Niederspannung betrieben wird. Baugenehmigung und aufwendige Kühlung entfallen dadurch.

Wie schnell amortisiert sich ein Schwarmspeicher?

Konservativ gerechnet im 7. Jahr. Mit üblicher Finanzierungsstruktur im 5. Jahr. Fließt der IAB in die Tilgung, bereits im 3. Jahr.