Indach-Montage: Montagewannen anstelle der Dachziegel auf der Dachlattung

Ziegeldach ohne Lastreserve? Zwei Wege zur PV-Anlage, die das Dach sogar leichter machen

Viele Ziegeldächer könnten Solarstrom liefern, doch der Dachstuhl hat keine Lastreserve mehr. Eine klassische Aufdachanlage scheitert dann an der Statik. Wir zeigen zwei Wege, wie trotzdem eine PV-Anlage aufs Dach kommt und das Dach dabei sogar leichter wird als vorher.

Die Ausgangslage: Ziegeldach ohne Lastreserve

Ziegel und Betondachsteine wiegen rund 40 bis 50 kg pro Quadratmeter. Gerade bei älteren Gebäuden ist der Dachstuhl damit bereits gut ausgelastet. Eine klassische Aufdachanlage kommt noch obendrauf: Glasmodule mit rund 11 kg/m² und Dachhaken samt Schienen mit rund 3 kg/m². Das sind etwa 0,14 kN/m² zusätzliche Flächenlast, und genau diese Zahl fragt der Statiker ab. Reicht die Reserve nicht, ist das Projekt an dieser Stelle meist beendet.

Muss es aber nicht. Mit zwei Lösungen aus unserem Portfolio lässt sich die Last so weit senken, dass selbst Dächer ohne Reserve eine PV-Anlage tragen.

Stufe 1: Indach-Montage, die PV-Anlage ersetzt die Ziegel

Bei der Indach-Montage liegen die Module nicht auf den Ziegeln, sondern an ihrer Stelle. Im Modulfeld wird die Eindeckung entfernt, unser Indach-System – eines der meistverbauten in Europa – wird direkt auf die Dachlattung montiert, und die Module bilden zusammen mit den Wannen die wasserdichte Dachhaut.

  • Gewicht des Systems: ca. 2,8 bis 3,7 kg/m², im Hochformat rund 3,0 kg je Halbwanne
  • Einsatzbereich: Ziegel- und Dachsteindächer mit ca. 12° bis 50° Dachneigung
  • Ideal bei Neubau oder anstehender Dachsanierung
  • Optisch bündig in der Dachfläche, ohne aufgesetzte Schienen

Der entscheidende Punkt: Hier spart nicht das Modul Gewicht, sondern der Ziegel, der gar nicht erst aufs Dach muss. Weil rund 45 kg/m² Eindeckung entfallen, ist das Dach im Modulfeld mit fertiger PV-Anlage rund 0,30 kN/m² leichter als vorher.

Stufe 2: Trapezblech mit aufgeklebten Leichtbaumodulen

Reicht auch das nicht, etwa weil der Dachstuhl insgesamt entlastet werden muss, wird die Ziegeldeckung komplett gegen Trapezblech getauscht. Darauf kommen ultraleichte, glasfreie Module. Sie bestehen nicht aus Glas, sondern aus einer Polymer-Verkapselung, und wiegen nur rund 3,0 kg/m².

  • Beispielmodul: 520 Wp, 2.246 × 1.185 mm, nur 2,5 mm dünn, 7,9 kg
  • Direkt auf die Hochsicken des Trapezblechs geklebt (Sickenhöhe mind. 4 cm), in der Regel mit sechs Klebestreifen pro Modul im vom Hersteller vorgegebenen Abstand
  • Keine Schienen, keine Dachhaken, keine Dachdurchdringung
  • Vom Hersteller auch für steile Dachneigungen freigegeben
  • Lieferbar ab Lager

Der Vorteil gegenüber Stufe 1: Nicht nur das Modulfeld, sondern die gesamte Dachfläche wird drastisch leichter, denn das Trapezblech wiegt nur rund 7 kg/m² statt 45 kg/m² Ziegel.

Der Vergleich: Flächenlast in kg/m² und kN/m²

Heute: Ziegeldach ohne PVAufdach auf ZiegelnStufe 1: Indach (z. B. GSE)Stufe 2: Trapezblech + Leichtbaumodul (z. B. PolyShine)
EindeckungZiegel ca. 45 kg/m²Ziegel ca. 45 kg/m²entfällt im ModulfeldTrapezblech ca. 7 kg/m²
Montagesystem–Haken + Schienen ca. 3 kg/m²GSE In-Roof ca. 3 kg/m²Klebestreifen ca. 0,2 kg/m²
Module–Glasmodul ca. 11 kg/m²Glasmodul ca. 11 kg/m²PolyShine ca. 3,0 kg/m²
Flächenlastca. 45 kg/m² (0,44 kN/m²)ca. 59 kg/m² (0,58 kN/m²)ca. 14 kg/m² (0,14 kN/m²)ca. 10 kg/m² (0,10 kN/m²)
Veränderung zu heute–+0,14 kN/m² – Statik reicht nicht–0,30 kN/m² im Modulfeld–0,34 kN/m² auf der ganzen Dachfläche
Richtwerte ohne Lattung bzw. Pfetten. Die Werte für Stufe 2 stammen beispielhaft aus einer kundenorientierten Projektanfrage bei PolyShine, die Werte für Stufe 1 aus den Herstellerangaben von GSE. Bei Leichtbaumodulen führen wir vergleichbare Lösungen mehrerer Hersteller. Maßgeblich ist immer die Statik des einzelnen Gebäudes.

Das Ergebnis: Aus einem Dach, das keine PV-Anlage mehr tragen konnte, wird ein Dach mit Solaranlage, das leichter ist als vorher.

Was sich auf der Kostenseite verschiebt

Fällt weg oder sinktKommt hinzu
Stufe 1: IndachDachziegel und Eindeckarbeit im Modulfeld, Dachhaken und SchienenIndach-System, Anschlussbleche zu Ziegeln, Ortgang und First
Stufe 2: Trapezblech + LeichtbaumodulZiegel auf der gesamten Fläche, Montagesystem, ggf. Verstärkung des DachstuhlsTrapezblech, Leichtbaumodule, Klebesystem

Gerade bei Neubau oder einer ohnehin anstehenden Dachsanierung rechnen sich beide Lösungen doppelt: Die Eindeckung, die nicht gekauft und verlegt werden muss, finanziert einen Teil der PV-Anlage mit. Was das konkret für Ihr Gebäude bedeutet, rechnen wir individuell.

Worauf es ankommt

  • Statik: Auch eine geringere Last muss nachgewiesen werden. Die Hürde ist aber deutlich niedriger.
  • Dachneigung: Unser Indach-System ist für ca. 12° bis 50° Dachneigung ausgelegt. Für die Ziegel im übrigen Dach bleibt deren Regeldachneigung maßgeblich.
  • Trapezblech: Die Hochsicke muss mindestens 4 cm hoch sein. Abstand und Anzahl der Klebestreifen gibt der Hersteller vor.
  • Zeitpunkt: Am wirtschaftlichsten ist der Umstieg, wenn das Dach ohnehin saniert werden muss.

Häufige Fragen

Wie viel wiegt eine PV-Anlage auf dem Ziegeldach?

Eine klassische Aufdachanlage mit Glasmodulen bringt rund 14 kg/m² bzw. 0,14 kN/m² zusätzlich aufs Dach – zusätzlich zu den rund 45 kg/m² der Ziegel.

Wird das Dach mit einer Indach-Anlage wirklich leichter?

Ja. Im Modulfeld entfallen die Ziegel mit rund 45 kg/m². Indach-System und Glasmodul wiegen zusammen nur rund 14 kg/m². Die Flächenlast sinkt dort um rund 0,30 kN/m².

Kann man Solarmodule auf Trapezblech kleben?

Ja. Ultraleichte, glasfreie Module werden mit einem geprüften Klebesystem direkt auf die Hochsicken geklebt – ohne Schienen und ohne Dachdurchdringung.

Und das flache Gewerbedach?

Auf Hallen- und Gewerbedächern ohne Ziegel scheidet die Indach-Lösung aus. Wie sich dort mit gerahmten Ultraleichtmodulen oder aufgeklebten Leichtbaumodulen der Ballast vermeiden lässt, zeigen wir im Beitrag Flaches Gewerbedach mit knapper Statik: Leichtbau-PV ohne Ballast.

Ihr individuelles Angebot

Ihr Dach hat keine Lastreserve mehr, oder ein Projekt ist bisher an der Statik gescheitert? Schicken Sie uns ein paar Eckdaten, und wir erstellen Ihnen ein Angebot mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtung:

  • Eindeckung und Dachfläche
  • Dachneigung
  • Lastreserve laut Statik (falls bekannt)
  • Neubau, Sanierung oder Bestand

Kontakt: vertrieb@eehd.gmbh

Ein bewährtes Indach-System, mehrere Leichtbau-Hersteller: Bei der Indach-Montage setzen wir bewusst auf ein System – eines der meistverbauten Indach-Systeme Europas, laut Hersteller auf über 4,5 Mio. m² Dachfläche in 18 Ländern installiert. Bei gerahmten und flexiblen Leichtbaumodulen sowie Klebesystemen führen wir Produkte verschiedener Hersteller und wählen gemeinsam mit Ihnen die Lösung, die zu Ihrem Dach passt. Einen Überblick finden Sie in unserem Portfolio: Indach-Unterkonstruktion · Ultraleichte, flexible Module · Solarmodule im Überblick