Flaches Gewerbedach mit knapper Statik: Leichtbau-PV ohne Ballast
Hallen, Logistikzentren und Produktionsgebäude haben riesige Dachflächen, aber oft kaum Lastreserven. Eine Indach-Lösung scheidet auf dem flachen Gewerbedach aus, denn hier gibt es keine Ziegel, die man ersetzen könnte. Trotzdem lässt sich die Auflast einer PV-Anlage drastisch senken: mit gerahmten Ultraleichtmodulen oder mit aufgeklebten, glasfreien Modulen.
Dieser Beitrag ergänzt unseren Artikel Ziegeldach ohne Lastreserve? Zwei Wege zur PV-Anlage, die das Dach sogar leichter machen.
Das Problem: Ballast und Glas
Auf dem Flachdach werden Module klassisch aufgeständert und mit Betonsteinen gegen Windsog gesichert. Glasmodule mit rund 10 bis 11 kg/m², Unterkonstruktion mit 1,5 bis 3 kg/m² und Ballast mit 6 bis 19 kg/m² ergeben zusammen meist 20 bis 35 kg/m², also 0,20 bis 0,34 kN/m². In Rand- und Eckzonen kann der Ballast noch deutlich höher liegen. Für viele Leichtbauhallen ist das zu viel.
Lösung 1: Gerahmte Ultraleichtmodule
Gerahmte Ultraleichtmodule verbinden eine glasfreie Polymer-Front mit einer Rahmenkonstruktion aus Aluminium auf der Rückseite. Sie werden wie gewohnt mechanisch auf Schienen oder Kurzschienen befestigt und lassen sich jederzeit wieder abnehmen.
- Beispielmodul: 505–535 Wp, 2.248 × 1.187 × 28 mm
- Gewicht 13,0 kg, also rund 4,9 kg/m² statt rund 11 kg/m² beim Standard-Glasmodul
- Glasfreie Polymer-Front, Rahmenkonstruktion aus Aluminium auf der Rückseite
- Demontierbar, keine Klebetechnik nötig, TÜV-zertifiziert
- 12 Jahre Produkt- und 25 Jahre Leistungsgarantie
Wann gerahmt die richtige Wahl ist: Die Module sind mechanisch befestigt und lassen sich jederzeit wieder demontieren, etwa für eine spätere Sanierung der Dachhaut. Auf Trapezblech werden sie mit Kurzschienen direkt auf den Hochsicken montiert, ganz ohne Ballast.
Wichtig bei ballastierten Systemen: Hier spart das leichtere Modul zwar rund 6 kg/m² Eigengewicht. Weil das Modulgewicht aber auch gegen den Windsog hält, kann der Ballastbedarf etwas steigen. Wie viel Entlastung tatsächlich bleibt, zeigt erst die Ballastberechnung für das konkrete Dach.
Lösung 2: Glasfreie Module, aufgeklebt
Noch leichter wird es mit flexiblen, glasfreien Modulen. Sie werden mit einem geprüften Klebesystem befestigt, ganz ohne Schienen, Ballast oder Dachdurchdringung.
- Beispielmodul: 520 Wp, 2.246 × 1.185 mm, nur 2,5 mm dünn, 7,9 kg (rund 3,0 kg/m²)
- Trapezblech: direkt auf die Hochsicken geklebt (Sickenhöhe mind. 4 cm), in der Regel mit sechs Klebestreifen pro Modul
- Bitumen und Kunststoffbahnen: auf geklebten Keilen mit 5° Neigung (bis 5° Dachneigung) oder auf 40×40-mm-Profilen (über 5° Dachneigung); der Primer richtet sich nach der Dachhaut
- In den Windlastzonen 3 und 4 mit sechs Keilen pro Modul
Durch die 5°-Keile stehen die Module leicht geneigt. Regenwasser läuft besser ab, und die Module verschmutzen weniger als flach liegende.
Der Vergleich: Flächenlast in kg/m² und kN/m²
| Dachhaut | Klassisch: Glasmodul | Gerahmtes Ultraleichtmodul (z. B. PolyShine) | Geklebtes Leichtbaumodul (z. B. PolyShine) |
|---|---|---|---|
| Trapezblech | Kurzschienen: ca. 12 kg/m² (0,12 kN/m²) | Kurzschienen: ca. 6 kg/m² (0,06 kN/m²) | direkt auf der Hochsicke: ca. 3 kg/m² (0,03 kN/m²) |
| Bitumen | aufgeständert mit Ballast: ca. 20–35 kg/m² (0,20–0,34 kN/m²) | aufgeständert: Modul nur ca. 4,9 statt 11 kg/m²; Ballast nach Berechnung | auf Keilen: ca. 4 kg/m² (0,04 kN/m²) |
| Kunststoffbahn (PVC/FPO) | aufgeständert mit Ballast: ca. 20–35 kg/m² (0,20–0,34 kN/m²) | aufgeständert: Modul nur ca. 4,9 statt 11 kg/m²; Ballast nach Berechnung | auf Keilen: ca. 4 kg/m² (0,04 kN/m²) |
Das Ergebnis: Auf Trapezblech sinkt die Auflast mit gerahmten Ultraleichtmodulen auf rund die Hälfte, mit geklebten Modulen auf rund ein Viertel. Auf Bitumen und Kunststoffbahnen ersetzt das Klebesystem den kompletten Ballast. Statt bis zu 0,34 kN/m² bleiben rund 0,04 kN/m².
Welche Lösung passt zu Ihrem Dach?
| Gerahmt ultraleicht | Geklebt | |
|---|---|---|
| Befestigung | mechanisch, mit Klemmen und Schienen | geklebt, ohne Schienen |
| Demontage, z. B. für Dachsanierung | einfach | nicht vorgesehen |
| Ballast nötig | auf Bitumen/Folie meist ja | nein |
| Dachdurchdringung | ja, Verschraubung in der Hochsicke (abgedichtet) | nein |
| Besonders geeignet für | Trapezblech, Dächer mit absehbarer Sanierung | Dächer mit sehr geringer Lastreserve, intakte Dachhaut |
Worauf es ankommt
- Dachhaut: Für das Klebesystem muss sie in gutem Zustand sein und noch lange halten. Der Primer wird auf die jeweilige Dachbahn abgestimmt.
- Windlast: Die Anzahl der Keile bzw. Klebestreifen richtet sich nach Windlastzone und Herstellervorgabe.
- Statik: Auch geringe Lasten müssen nachgewiesen werden, die Hürde ist aber deutlich niedriger.
Häufige Fragen
Wie viel wiegt eine PV-Anlage auf dem Flachdach?
Eine klassisch aufgeständerte Anlage mit Glasmodulen und Ballast bringt meist 20 bis 35 kg/m² aufs Dach, also 0,20 bis 0,34 kN/m². Mit aufgeklebten Leichtbaumodulen sind es rund 4 kg/m² (0,04 kN/m²).
Was ist der Unterschied zwischen gerahmten und flexiblen Ultraleichtmodulen?
Gerahmte Ultraleichtmodule haben eine Rahmenkonstruktion aus Aluminium und werden mechanisch befestigt. Flexible Module haben keinen Rahmen und werden aufgeklebt. Sie sind noch leichter, lassen sich aber nicht ohne Weiteres demontieren.
Brauchen aufgeklebte Module Ballast?
Nein. Das Klebesystem hält die Module gegen Windsog fest. Die Anzahl der Klebepunkte wird nach Windlastzone bemessen.
Ihr individuelles Angebot
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Kontakt: vertrieb@eehd.gmbh
Ein bewährtes Indach-System, mehrere Leichtbau-Hersteller: Bei der Indach-Montage setzen wir bewusst auf ein System – eines der meistverbauten Indach-Systeme Europas, laut Hersteller auf über 4,5 Mio. m² Dachfläche in 18 Ländern installiert. Bei gerahmten und flexiblen Leichtbaumodulen sowie Klebesystemen führen wir Produkte verschiedener Hersteller und wählen gemeinsam mit Ihnen die Lösung, die zu Ihrem Dach passt. Einen Überblick finden Sie in unserem Portfolio: Indach-Unterkonstruktion · Ultraleichte, flexible Module · Solarmodule im Überblick
